Ameo der Zwingerbezwinger!

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Alcatraz lässt grüßen

Hallo liebe Leserschaft. Am Rande habt Ihr mitbekommen, dass Frauchen und Herrchen einen Altbau sanieren, damit wir endlich ein eigenes Heim haben. Für mich war die Fahrt zu dem Häuschen immer mit gemischten Gefühlen verbunden.





Zum Einen wartete meistens Oma auf mich, was quasi ein Garant für Unterhaltung und Leckerlies war. Es gab aber leider manchmal auch die Option lange Kette im Garten oder das schreckliche Verlies. Sie nennen es Zwinger. Mit zunehmender Größe und Kraft meinerseits war Oma nämlich oftmals überfordert. Ich bin eben ein Prachtkerl. Der Zwinger soll dort schon seit Menschen Gedenken stehen und ist aus den Knochen Derer errichtet, die nicht auf Kommando Sitz machen können. So wurde es mir zugetragen.

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So sieht mein Guantanamo aus

Spass bei Seite, das angrenzende Grundstück gehört den Großeltern von Frauchen, und Opa hatte jahrelang Schäferhunde, die nach seinen Aussagen auch gern im Zwinger genächtigt haben. Ich kann es mir nicht vorstellen. Für mich wäre das nichts. Wenn ich an die Anfänge der Zwingergewöhnung zurückdenke könnte ich mich totlachen. Frauchen und Herrchen haben sich aber auch Mühe gegeben. Immer die Tür aufgelassen und meinen Napf mit lecker Fresschen in der Mitte der Barracke platziert. Die haben wirklich nichts ausgelassen, um mir diese Behausung schmackhaft zu machen. All die Weisheiten aus Büchern und Hundeschule kamen zum Einsatz. Geholfen hat das alles nichts. Sobald die Tür geschlossen war, habe ich mit meinem Heulkonzert begonnen und als das nichts half wurde auf Operation „Buddeln, Kauen, Kratzen“ umgestellt.

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So, jetzt bin ich sauer!
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Ob man da oben drüber kommt?

Nach ein paar Wochenenden hatte ich die Tür fast geschafft und ich freute mich schon auf den nächsten Samstag um mein Werk zu vollenden. Riesengroß war dann die Enttäuschung, als ich die Zwingertür sah. Opa hatte wohl der Heimwerkertrieb gepackt, er hatte unter der Woche eine Spanplatte an die Tür geschraubt. Meine ganze Arbeit war umsonst gewesen und ich musste wieder am Anfang beginnen…

Ich bin selbstverständlich nicht nur optisch ziemlich gut geraten, sondern besitze auch eine überdurchschnittliche Intelligenz, um die mich so manches Topmodel beneiden würde.

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Ordentlich eingekerkert, aber hier könnte man doch hochklettern

So kam es dann einen Samstag, wie es kommen musste. Ich wurde im Zwinger geparkt, die Tür wurde verschlossen und der Vollzugsbeamte „Opa“ machte auf dem Hacken kehrt, um zurück ins Haus zu gehen. Ich peilte die Höhe des Gefängnisses an, setzte zum Sprung an und krallte mich dann in die Drahtgitter. Jetzt bloss nicht aufgeben, dachte ich und zog mich das Gitter hoch. Oben angekommen musste ich mich nur noch über den Holzdeckel ziehen und herunterspringen. Oh du süße Freiheit, ich habe Dich wieder! Opa hat es erst gemerkt, als ich Ihm überschwenglich in den Hintern gezwickt habe. Er war so perplex, das Ihn das Zwicken scheinbar nicht gestört hat, er schaute die ganze Zeit nur ungläubig aus der Wäsche. Tja, ich bin halt kein Schäferhund, sondern ein Wolfhund und der Zwinger hat seitdem seinen Schrecken verloren…




4 Gedanken zu „Ameo der Zwingerbezwinger!“

  1. Opa, der „Vollzugsbeamte“ … das gefällt mir. Nur hat es auf Dich, den „Gefangenen“, keinerlei Eindruck gemacht. Es ist ja auch ein komischer Knast. Es ist ein Gefängnis mit nur einer Zelle und nur einem Vollzugsbeamten, der noch nicht einmal bestechlich ist. Bestimmt das kleinste Gefängnis in Deutschland. Natürlich auch nicht mit Trift 14 in Celle zu vergleichen. Die haben wenigstens noch warme Bettchen, Fernseher, Zeitungen und jede Menge Leckerschmecker. Es würde sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, noch die anderen Annehmlichkeiten aufzuzählen. War da ja mal 10 Jahre ehrenamtlich tätig. Daher bin ich eigentlich recht gut informiert. Ameo, ich kann Deinen „Ausbruch“ sehr gut nachvollziehen …

    MEIN FEEDBACK ZUM WOLFSBLOG

    Gefällt mir ausgesprochen gut. Es ist immer wieder herrlich, diese Geschichten zu lesen. Ihr liebt Ameo sehr. Das zieht sich wie ein roter Faden durch alle Buchstaben. Ich hab‘ Ameo auch lieb, er ist einzigartig. Warte schon sehnsüchtig auf seinen Besuch. Vielleicht wird aus den einzelnen Abschnitten mal ein Buch. Das wäre doch eine gute Idee. Wäre dann sogar am Mitwirken interessiert. Klauschnauze, Wutbraten, das kurzhaarige Herrchen und ich (Fidibus) wären wohl ein gutes Team. Mein Traum war es immer, mal einen intelligenten Krimi zu schreiben.
    Jedenfalls sind die Geschichten schön und alle Leute, mit denen ich darüber geredet habe, stimmen mir da absolut zu. Ein Hund ist eben der treueste Gefährte des Menschen. Es ist eine wunderbare Sache, darüber zu schreiben und damit der Liebe zu dem Tier Ausdruck zu verleihen.
    Schade, das Leben mit Tamtam wäre bestimmt eine Erfolgsstory geworden. Insbesondere der Tag, als Telat uns das erste Mal besucht hat. Sollte eigentlich nur ein Besuch sein, Tamtam hatte sich aber in der ersten Minute entschieden. Es ist schon komisch, wir haben dann am 29. September 2000 geheiratet. Im Mai 2006 ist Tamtam dann in den Katzenhimmel gegangen …
    Macht weiter so, Ihr habt meine volle Unterstützung.
    Gruss und Kuss
    Fidibus

    1. Vielen Dank für Dein gutes und ausführliches Feedback Martina,

      für ein Buch brauchen wir wohl noch ein bisschen Futter und krimitechnisch ließe sich wohl nur „der Mordversuch beim Abendbrot“ ausschlachten:-)

      Aber vielleicht bieten wir die Seite bald zweisprachig an und da wärst Du doch als native speaker der Anlaufpunkt;-)

      Gruß aus Hamburg

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