Der Tschechoslowakische Wolfshund (Ein Profil)

Wolf und Jungtier
Wolf mit Jungtier

Der Tschechoslowakische Wolfshund  ist eine recht junge Hunderasse und hat ihren Ursprung in ersten Zuchtversuchen um 1955 in der damaligen Slowakei. Der Ingenieur und

Karel Hartl
Karel Hartl

Biologe Karel Hartl verpaarte die ersten deutschen Schäferhunde mit Karpatenwölfen. Die grundlegende Idee war es, eine Hunderasse zu schaffen, welche Eigenschaften wie Temperament, Rudelwesen und Lernfähigkeit des deutschen Schäferhundes mit der Kraft, körperlichen Beschaffenheit und Widerstandsfähigkeit des Wolfes vereint. Die Tiere sollten ähnliche Aufgaben wie der deutsche Schäferhund übernehmen, beispielsweise im Militärdienst als Grenzpatrouillienhunden oder im Schutz- und Rettungsdienst. Erst 1999 wurde die Rasse zum anerkannten FCI Standard Nr. 332, Gruppe 1, Sektion 1. Optisch kommt der Tschechoslowakische Wolfshund einem eher langbeinigen Schäferhund mit typisch stockhaarig, grauen Wolfspelz nahe. Das Aussehen ist dabei natürlich abhängig von der jeweiligen Generation, in der sich das jeweilige Tier befindet. Je näher sich die Welpe am reinrassigen Wolf befindet (F1 bedeutet beispielsweise, dass ein reinrassiges Wolfselternteil vorliegt) , desto mehr orientieren sich Verhaltensmuster und Aussehen am Wolf. Tschechoslowakische Wolfshunde werden bis ca. 75-80 cm groß und sollten auch Menschenhand nicht mehr als 45 Kg wiegen.

knurrender Wolf
knurrender Wolf



Eine Besonderheit dieses Hundes ist das Bellverhalten. Anders als andere Hunde bellen Tschechoslowakische Wolfshunde kaum bis nie, wenn sie es doch versuchen klingt es eher wie eine Mischung aus Heulen oder Brummen. Hunde dieser Rasse bevorzugen diese unterschiedlichen Laute oder ihre Körpersprache um sich auszudrücken. Ein weiteres Erbe des Wolfes. Aufgrund der weiterhin recht markanten Wolfsmerkmale ist es zwingend notwendig diese Hunde möglichst früh auf Menschen und Alltagsituationen vorzubereiten. Eine gewisse Scheu ist zwar weiterhin normal und neue Personen werden auch selten auf Anhieb in das „Rudel“ aufgenommen. Es ist aber unbedingt darauf zu achten, dass der Hund lernt sich auf wechselnde Umwelteinflüsse einzustelen und nicht übertrieben schreckhaft und ängstlich zu reagieren. Die Vorteile dieser Hunde sind das hohe Ausdauer- und Leistungsvermögen, Orientierungs- und Fährtensicherheit, die körperliche Robustheit und bemerkenswerte Intelligenz. Weitere Informationen findet man u. a. auch beim Hunderatgeber. Neben den typischen Eigenarten verschiedener Rassen, gibt es auch Erziehungstips.

Tschechoslowakischer Wolfshund
Tschechoslowakischer Wolfshund

Da mir viele traurige Fälle aus Tierheimen und den Medien bekannt sind möchte ich aber klarstellen, dass sich diese Hunde nicht für Anfänger eignen. Ob man nun vom majestätischen Erscheinungsbild des Wolfes beeindruckt ist oder, natürlich bei jedem Lebewesen schrecklich, ein Statussymbol sucht. Ein Leben mit einem Tschechoslowakischen Wolfshund setzt sehr viel Arbeit und Disziplin vorraus. Das Erbe vom Wolf bringt viel Sturheit und Dominanz mit sich. Diese Hunde graben gerne Löcher und kauen so ziemlich alles an, was ihnen unter die Pfoten kommt. Ebenso merken Sie recht schnell, wenn Frauchen oder Herrchen in einigen Situationen einem Alphatier nicht würdig sind und versuchen dann diese Rolle zu übernehmen. Leider überschätzen sich viele Besitzer beim Kauf dieser Hunde, das Resultat sind überfüllte Tierheime. Da diese Hunde schwer vermittelbar sind bleibt am Ende oft nur die Tötung.




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