Steckbrief – Der Wolf, ein Mythos kehrt heim…[I]

Steckbrief Der Wolf

Der Wolf, es gibt kaum ein anderes Tier über welches sich so viele Mythen und Legenden ranken. Canis lupus, wie der Wolf wissenschaftlich bezeichnet wird ist fest mit unserer Kultur verbunden. Wann immer Wölfe mit unseren Vorfahren in Berührung kamen, war ein ausgesprochen guter Nährboden für Geschichten und Märchen geschaffen. In der germanischen Götterwelt wurde Odin oder auch Wotan, der Göttervater stets von zwei Wölfen begleitet.


 

Wodan - Das festliche Jahr in Sitten; Otto von Reinsberg-Düringsfeld
Wodan – Das festliche Jahr in Sitten; Otto von Reinsberg-Düringsfeld

Der Name des einen Wolfes war Geri und der des anderen war Freki. Die Vorhersehung prophezeite aber auch, dass Odin am Ende aller Tage seinen Tod durch den Fenriswolf finden sollte. Eine andere Legende erzählt von der Gründung Roms. Romulus und Remus, die Gründerväter, wurden den Überlieferungen nach von einer Wölfin aufgezogen.

 

Die Indianer Amerikas sahen im Wolf ein Familienmitglied und verehrten dieses dem- entsprechend. All diese positiven und ehrfürchtigen Mythen stammen aus einer Zeit, in der die Menschen noch größtenteils als Nomaden durch die Lande zogen. Als die Menschen begannen sesshaft zu werden und Weidetiere zur Ernährung gehalten wurden, änderte sich leider auch die Einstellung zum Wolf. Der Wolf trat als direkter Fressfeind des Menschen auf und damit wandelten sich auch die Legenden zu diesem Tier.


Der Wolf wurde der Inbegriff der Bosheit

Werwolf - Lucas Cranach the Elder - Gotha
Werwolf – Lucas Cranach the Elder – Gotha

Märchen und Fabeln beschrieben den Wolf als gefräßigen und hinterhältigen Isegrim. Die Gebrüder Grimm verhalfen dem Pelzträger mit Rotkäppchen zu zweifelhaftem Ruhm. Auch die katholische Kirche nutze den Wolf als Symbol für alles Schlechte auf der Welt. Neben den Hexenverbrennungen zur Zeit der Inquisition gesellte sich das Bild des Wolfes immer wieder als Verbildlichung der tiefsten menschlichen Abgründe. Diese Symbolik ist verantwortlich für die Entstehung des Begriffes Werwolf. Ein Mensch, der zur reißenden Bestie werden kann und im Blutrausch zu Taten fähig ist, welche sich die damalige Kirche und Gesellschaft nicht erklären konnte. Erst die Epoche der Aufklärung ließ diese Legende weitestgehend verschwinden. Heute fröhnt die moderne Welt lediglich in der Literatur oder Gruselfilmen diesem Mythos.

Zur Zeit des Nationalsozialismus stand der Wolf für Kraft und Unbezwingbarkeit. Das damalige Führerhauptquartier wurde Wolfsschanze genannt, Deutsche U-Boote bewegten sich im Wolfsrudel und zum Ende des 2. Weltkrieges kam die Bezeichnung Werwölfe für Freischärler im Untergrundkampf auf. Eine rechtsextreme Partei in der Türkei heißt heute noch Graue Wölfe.

 

Unterschiede zwischen Wolf und Hund

Woelfe Steckbrief

Die heutigen Hunde sind domestizierte Ableger der gleichen Gattung. Der Hund zählt ebenso wie der Dingo zur Art der Canis lupus. Wesentliche Unterschiede zwischen Wolf und Hund lassen sich aber in dessen Verhaltung und Charakter erkennen. Wie stark diese Varianzen ausgeprägt sind hängt dabei allerdings von der jeweiligen Hunderasse ab. Wolfsnahe Rassen, wie der Tschechoslowakische Wolfhund weisen dabei natürlich wesentlich mehr wolfsartige Verhaltens- muster auf, als ein Golden Retriever. Allgemein lässt sich sagen, je näher die Rasse bzw. Generation der Zucht am reinrassigen Wolf ist, dest mehr typische Verhaltensmuster zeigt das Tier auf. Besonders problematisch ist daher die private Haltung von sog. Hybriden, die z. T. nur ein oder zwei Generation vom Wolf entfernt sind.


Augenscheinlich unterscheiden sich Wölfe und Hunde beim Tragen ihrer Rute. Beim Wolf ist diese meistens waagerecht oder hängt gerade herunter. Bei Hunden steht diese aber oft nach oben oder ist bei einigen Rassen sogar eingedreht. Bei Hunden fehlt weiterhin eine Drüse an der Oberseite der Rute. Die größten Unterschiede weisen aber die Schädel der Tiere auf. So gibt es diverse Differenzen bei den Ohrmuscheln, der Unterkieferform und den Augenhöhlen. Das Gebiss weist eine unterschiedliche Anordnung der Schneidezähne auf.

Wolf Steckbrief

Im nächsten Abschnitt über den Wolf möchte ich mich dann mit den diversen Unterarten des Wolfes beschäftigen und auf die Lebensgewohnheiten dieser beeindruckenden Tiere eingehen. Die Rückwanderung nach Deutschland und der Einfluss auf unser Ökosystem darf natürlich auch nicht fehlen…

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10 Gedanken zu „Steckbrief – Der Wolf, ein Mythos kehrt heim…[I]“

  1. Wow, das sind ja eine ganze Menge Infos, von denen ich bisher noch nie etwas gehört habe. Irgendwie sind diese Tiere mir sympathisch, aber Angst hätte ich wohl trotzdem, wenn mir einer begegnen würde^^

  2. Schade, das sich zwischen früher und heut nichts geändert hat. Da wird heute auch lieber noch jagt auf den Wolf gemacht, als seine Herde mit einem Herdenschutzhund auszustatten oder sie anders abzusichern.

  3. Der Wolf ist mein Lieblingstier. Deshalb bin ich froh, das sich wieder welche sehen lassen. Es ist wirklich toll das er zurück kommt. Einen prima Artikel hast Du hier verfasst. Das wird einigen die Augen öffnen.

  4. Pingback: Hundefutter mit Frischfleisch - Nur das Beste ist gut genug -

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