Der Wolf und die große Freiheit

Tschechoslowakischer_Wolfshund_Ameo_212
Der Zaun muss weg

Heute erzähle ich Euch von der Operation Freiheit für Tschechoslowakische Wolfshunde, die ich kürzlich einleitete. Ich habe ja schon häufiger erwähnt, dass Frauchen und Herrchen sich ziemlich viel Mühe geben, mich allen möglichen Alltagssituationen auszusetzen.





Aus diesem Grund bin ich fast überall dabei und besuche dadurch natürlich auch reichlich Leute. An besagtem Tag waren wir auf dem Gelände einer benachbarten Baufirma im Industriegebiet Eschede.Dieses Gelände ist komplett eingezäunt, deshalb unterstützten Frauchen und Herrchen mich auch mal wieder bei meinem Freiheitsdrang und ließen mich ohne Leine und direkte Aufsicht auf dem Hof laufen. Das war ein Genuss, ich wusste gar nicht, was ich zuerst unter die Lupe nehmen sollte. Meine beiden Rudelführer waren weit und breit nicht zu sehen. Zuerst habe ich das gesamte Umfeld erkundet, der Zaun war bestimmt 2,5 Meter hoch, also keine Chance mein Revier noch weiter auszudehnen?!? Nachdem ich verschiedene Holzreste zu Sägespäne verarbeitet hatte fiel mein Blick auf drei riesige Sandberge, die unmittelbar an den Zaun grenzten. Ich schaute mich um, meine beiden Spassbremsen waren weiterhin nicht auszumachen, also fasste ich mir ein Herz und erklomm den einen Sandhaufen. Eine herrliche Aussicht! Hinter dem Zaun erstreckte sich ein nicht enden wollendes Maisfeld, so hoch gewachsen, dass ein Urwald nicht dichter sein konnte. Ich atmete tief durch und mein Blick wanderte weiter nach links in die unmittelbare Nähe des Zaunes.

Tschechoslowakischer Wolfshund Ameo auf Tour
Ich und die große Freiheit

Dort standen lustige runde Zylinder mit aufgeblähtem Dach. Eine Biogasanlage. Was meine Aufmerksamkeit aber wirklich erregte, war das Terrain auf dem diese erbaut war. Herrlich schwarz, grauer Schlamm mit vielen Fützen… Das Gehirn schaltete aus und der Instinkt übernahm, ich sprang vom Sandhügel über den Zaun und schlug nach tiefem Sturz überraschend weich in einem Matschloch ein. Ich testete jede Fütze und jedes Morastloch aus, bevor es mich ins Maisfeld zog. Ich vergaß völlig die Zeit und rannte weiter und weiter durch den Mais. Das Adrenalin durchflutete mich, ich befand mich in einer völlig anderen Welt. Auf den Boden der Tatsachen verhalf mir erst das 20-30 malige brüllen meines Names, seitens meiner Rudelbosse. Aha, da vermisst mich wohl jemand. Ich wetzte durch den Mais in Richtung Zaun. Von dieser Seite hatte ich allerdings keine Chance wieder auf die andere Seite zu gelangen, eigentlich wollte ich das auch noch gar nichtJ Ich rannte, wie ein wahnsinniger auf und ab und wollte Frauchen und Herrchen damit zum Spielen animieren. Der Blick der Beiden war unbezahlbar, leider gibt es keine Beweisfotos. Herrchen musste mehrmals hinschauen, ob ich es wirklich war. Ungläubig glotzten die Beiden aus der Wäsche. Was ist los, habt Ihr noch nie einen tschechoslowakischen Wolfhund gesehen, der Spass hat? Ich war so mit Dreck verschmiert, dass ich kaum erkannt wurde. Anscheinend wollten Sie mich aber doch wieder zurück. Herrchen sprang auch über den Zaun, die Landung tat mir schon beim Zugucken weh… Und Frauchen bewegte sich schnurstracks außen herum Richtung Maisfeld. Beide haben ca. nochmal eine halbe Stunde gebraucht, bis ich mich entschied meinen Ausflug abzubrechen und mit Ihnen zu gehen. Herrchen machte sich ersthaft Gedanken darüber einen GPS Sender für´s Haustier anzuschaffen, damit er meine Position in Zukunft besser bestimmen kann.

Tschechoslowakischer_Wolfshund_Ameo_211
Der Stein der Weisen



Danach folgte das bis dato schrecklichste Erlebnis meines Lebens. DUSCHEN! Was für eine ekelhafte und langwierige Angelegenheit. Wenn ich mein Erlebnis mit allen weiteren Konsequenzen Revue passieren lasse, denke ich, dass es nicht die letzte Operation Freiheit gewesen ist…

Bewerte hier diesen Artikel:
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (2 votes, average: 5,00 out of 5)

Loading...

5 Gedanken zu „Der Wolf und die große Freiheit“

  1. Lieber Ameo,
    zum heutigen Valentinstag sende ich Dir meine allerliebsten Grüße. Du bist sooooooo süß, man muß Dich einfach lieben. Als Gott die Schönheit verteilt hat, da hat er wohl nur Dich im Visier gehat. Vielleicht komme ich Dich am Samstag besuchen, mal sehen. Letzte Woche hatte ich etwas Angst, dachte, dass Du mich vielleicht beissen oder gefährlich anknurren würdest. Habe sogar zu Deiner Oma Simone gesagt, dass sie doch mitkommen soll. Sie hat mich aber nur komisch angeguckt. Hatte mir dann aber doch ein Herz genommen, obwohl mir das Herz in die Hose (momentan Größe 48 – bin aber seit Montag, 06.01.12 auf Diät) gerutscht ist. Ur-Oma hat sich auch nicht angeboten, mir Beistand zu leisten. Als ich dann aber in die gute Stube kam, da merkte ich sogleich, dass es wohl auf Gottes Erdboden keinen größeren Angsthasen als Dich gibt! Da war ich natürlich gleich wieder angstlos, das war richtig gut; es war als ob mir ein Stein vom Herzen gefallen ist. Da fühlte ich mich gleich wieder wie Fidibus … der Pitbull-Frosch mit der grünen Maske.
    Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass diese beiden Spassbremsen Dich mitunter richtig abnerven … aber mach‘ Dir nichts draus … die haben Dich ganz doll lieb.
    Das Bild hätte ich gern gesehen, wie diese Spassbremen aus der Wäsche geschaut haben. Die haben bestimmt noch keinen tschechoslowakischen Wolfshund gesehen, der sich im Matsch gewälzt hat. Nach dem Duschen hast Du bestimmt wieder wie Adonis ausgesehen. Duschen ist gut, Ameo, nach einer Weile wirst Du das auch gegreifen.
    Wie geht es Dir eigentlich in dem neuen Zuhause? Da ist ja alles farblich abgestimmt, sogar Du passt da gänzlich ins Bild.
    Was habe ich da am Samstag gehört? Deine Ur-Oma hatte noch nicht das Vergügen, Deine Erlebnisse zu lesen. Das muß aber geändert werden. Besonders schön fand ich es, dass die Spassbremesen es ohne Ur-Oma erst garnicht geschafft hätten, Dein neues Zuhause in eine Prunkvilla umzuwandeln. Die haben Dich ja immer bei ihr abgeliefert. Der Spaß mit dem Sparbuch kommt ja dann auch noch. Ameo, weißt Du eigentlich, dass dieses Sparbuch das Meinige war?
    Gott sei Dank hat die Bank ein Einsehen gehabt. Sie haben Deiner Ur-Oma ein neues Sparbuch ausgestellt.
    Letztens habe ich erfahren, dass sich die Politik der Bundesregierung jetzt auch auf die kleineren Unternehmen in Deutschland auswirkt. Nachdem einer Deiner Namensvettern (Christian Wolf, Wulff, oder wie der auch immer sich nennt) jetzt ohne Probleme im Amt bleiben kann, bis jetzt jedenfalls, ist es nur richtig, dass auch Du mal einige Leckerchen annehmen darfst, ohne deshalb Probleme hinsichtlich Bestechung, Vorteilsnahme und Derlgeichen zu bekommen. Den fettesten Knochen solltest Du allerdings gleich vertilgen, dann kann Dir niemand etwas nachweisen. Habe auch gehört, dass Du jetzt in der Firma alles von der Pike auf lernen willst. Bist ja eh Boss, aber was soll’s. Post aufmachen kannst Du auch schon. Aber bitte, laß den Postboten in Ruhe, vielleicht gibt es da mal einen Brief, der Dein Wolfsherz zum schnelleren Schlagen bringt, z.B. kleines Wolfsmädel sucht schönen Wolfsmann. Da wärst Du doch der Richtige. Danach kommen kleine Wölfe … ha ha ha, damit könntest Du die Spassbremen so richtig auf die Palme bringen. Ein Mädel, mindestens vier kleine Babies, und die sind alle nach Dir geartet ….
    Muß jetzt, sehe Dich am Samstag.
    Deine Tante Fidibus

  2. Ich brauche erstmal Taschentücher um die Lachtränen weck zu wischen!
    Der Text mit der großen Freiheit ist echt hammer geschrieben,Einfach klasse weiter so Ameo!

    Gruß Marco!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.