GASTBEITRAG: Emma – ein Hund aus Zucker

Jack Russel Terrier
Jack Russel
Bild von piu700 / pixelio.de

Wenn ich mit meiner Jack-Russell-Dame Emma spazieren gehe, dann ist das eigentlich immer ein Erlebnis. Sie hat so ihre Marotten, aber wer hat die nicht! Leider weiß ich bei Emma nicht genau, woher ihre Marotten kommen, denn wir teilen unseren Alltag erst seit einem Jahr, wobei das Mädel schon fast sieben Lenze auf dem Buckel hat. Man könnte sagen, Emma ist eine Dame, die genau weiß, was sie will.


 


Es gibt viele Sachen, die Emma nicht mag, dazu gehören Regen, Wind, alleine sein, im Auto mitfahren, mit Hundespielzeug spielen und Katzen. Vieles davon lässt sich vermeiden, leider nicht alles. Ab und zu müssen wir eben auch mal mit dem Auto fahren, sei es nur um zu einem schönen Feldweg zu kommen. Dann sitzt sie hinten im Wagen und fiepst, allerdings so harmonisch und gleichmäßig, dass ich zu Anfang ernsthaft dachte, sie würde versuchen, im Radio mitzusingen. Dem war aber nicht so, denn sie war auch nicht leise, als das Radio aus war. Mittlerweile weiß ich, was sie zum Schweigen bringt: Ein Kauknochen. Aber, ich höre sofort, wenn der verbraucht ist. Es dauert dann keine 30 Sekunden und der Gesang auf der Rückbank startet erneut. Am geteerten Feldweg angekommen – Waldwege oder allgemein Wege, auf denen es matschig sein könnte, sind nicht so Emmas Ding, kann der Spaziergang endlich starten. Auch neigt Emma nicht wie andere Hunde dazu sich in irgendwas zu wälzen, was für sie zwar angenehm und mich als Menschen so ganz und gar nicht gut zu riechen wäre. Denn dabei würde sie ja schmutzig werden! Emma inhaliert es lieber.

 

Beim Spaziergang aber verhält sich Emma völlig normal: Sie schnuppert, pinkelt und ist sehr aufgeweckt. Wenn wir dann aber das große Pech haben und es fängt an zu regnen, haben wir ein Problem. Egal, ob sie ihr Geschäft schon verrichtet hat oder nicht, bei Regen dreht Emma um. Einfach so, dann ist auch nichts mehr mit Schnüffeln, nein, dann werde ich an der Leine von ihr förmlich ins Auto geschleift. Dazu muss man sagen, dass sie sonst ganz brav an der Leine läuft und auch sehr gut hört und nicht zieht. Aber das beste Benehmen hat leider bei Regen keine Gültigkeit mehr. Ich habe es sogar schon mit einem Regencape versucht, auch wenn ich finde, dass das völlig Banane aussieht, und das nicht nur, weil es tatsächlich gelb ist. Leider schützt das Cape die kleinen Hundefüßchen nicht, somit ist es für Emma nicht zu gebrauchen.


Ich habe mittlerweile eine Strecke gefunden, die auch bei Regen einigermaßen funktioniert. Das schöne ist, dazu muss ich sie nicht mal mit einer Autofahrt quälen. Es ist ein Fahrradweg ganz nahe bei mir am Haus, wo an der einen Seite eine hohe und sehr dichte Hecke wächst. Dort gehen wir lang, denn wo die Hecke über dem Weg hängt, da bleibt es ziemlich lange trocken, das sieht man sogar. Dort läuft Emma gerne. Also, wenn mal jemand bei Regen einen Jack-Russell-Terrier mit gelben Regencape sieht, der vorsichtig unterhalb einer Hecke spaziert, der kann sich ziemlich sicher sein, dass das meine Emma ist. Übrigens, am anderen Ende läuft dann meist das Frauchen, das nicht mal eine Regenjacke geschweige denn einen Schirm trägt.

 

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3 Gedanken zu „GASTBEITRAG: Emma – ein Hund aus Zucker“

  1. Die sieht ja süß aus. Die eine oder andere Abneigung hat sicherlich jeder Hund. Unserer mag auch keinen Regen, bei Schmuddelwetter gibts dann eben keinen Spaziergang. Das mit dem Fieben beim Autofahren würde ich ihr abtrainieren. Da sollte ein Hund ruhig hinten sitzen. Man muss sich ja schließlich auf den Verkehr konzentrieren.

  2. Man will ja auch für sein „Kindchen“ immer nur das Beste *-) … man sollte sich allerdings immer mal wieder reseten und selbst fragen, ob das alles so ganz natürlich ist. Klar, man möchte dem Tier was Gutes tun und und und

    Aber die Natur des Hundes ist eben eine andere. Ich sollte versuchen mit den Nachteilen daraus dann auch klar zu kommen, statt zu versuchen, die Natur des Tieres umzubiegen. Das wird nicht gelingen … mit einem Rückendeckchen vielleicht schon, aber genau die gleiche „falsche Denke“ führt auch dazu, einen Rottweiler zum Schosshündchen umzustricken.

    Er wird es nie werden, wenn er sich auch – teils Jahre – in diese Rolle (wenn man immer alleine mit ihm ist …) hinein begibt. Aber irgendwann sind die Rahmenbedingungen eben mal nicht genau so, wie sonst. Dann ist die Gefahr gross, dass es schlagartig alles nach hinten los geht.

    Leider – meist sind dann die Hundehalter davon am meisten überrascht, hatten sie sich doch immer so sicher gefühlt und (nur) ihrem Hund so etwas nie zugetraut.

    Natur ist eben Natur,

    Michael Marheine

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