[Teil II] Mordversuch beim Abendbrot…

Herrchen ging in den Keller und wollte duschen, Frauchen kümmerte sich um Abendbrot für mich und meinen leicht adipösen Hundekumpel Boris. Der Dicke bekam sein Fresschen zuerst. Das kann doch wohl nicht wahr sein, als ob der gleich verhungern würde.




Das konnte ich mir nicht bieten lassen! Ein echter Tschechoslowakischer Wolfhund lässt sich sowas nicht gefallen. Der Boris wird schon nichts dagegen haben, dachte ich und steckte meinen Kopf in seinen Napf. Eigentlich hat er mich ja gern und wir knuddeln auch viel.

Boris_Ameo_Knuddelei
Wir beiden beim Knuddeln

Dann passierte es, schneller als ich gucken konnte. Das Familienschaf Boris mutierte binnen weniger Sekunden zum mordlüsternen Monster. Mit funkelnden Augen biss er mir in meinen kleinen Kopf, dass das Blut nur so spritzte. Laut winselnd lief ich völlig aufgebracht durch die Küche. Frauchen war ebenfalls wie von der Tarantel gestochen und lief mir hinterher. Als Sie mich endlich eingeholt hatte, hob Sie mich auf den Arm, setzte mich ins Auto und fuhr mit quietschenden Reifen zum Tierarzt. Unter meinem Auge war ein Cut der geklammert werden musste. Und jetzt seht mich an, ich sehe aus wie Axel Schulz nach seiner schlimmsten Niederlage.

Ich mit Matschauge

 

Als wir zurück kamen lag die weiße Bestie leidig auf dem Bauch in der Garage und rührte sich nicht. Er hat sich anscheinend wirklich Gedanken gemacht, er war den ganzen Abend wie traumatisiert. Eigentlich hatten alle Angst, dass ich jetzt unter einem Trauma leide und auf Abstand zu meinem Knuddelschaf Boris gehe oder wir uns später sogar beißen würden. Ich habe das Ereignis aber ziemlich schnell weggesteckt und ärgere meinen Boris auch weiterhin gerne hin und wieder. Grundsätzlich freuen wir uns aber ziemlich ausgelassen, wenn wir uns eine Zeit nicht gesehen haben. Ach ja, fast hätte ich Herrchens Reaktion vergessen, der war ja unter der Dusche als alles passiert ist. Er kam also die Treppe hoch, rief nach Frauchen und wanderte durchs Haus. Als er in der Küche stand hätte Ihn fast der Schlag getroffen. Der ganze Fußboden voller Blut, Radio und Licht an, sogar eine Schublade stand noch auf, ebenso alle Türen bis zur Garage. Frauchen hatte den Abend sechs entgangene Anrufe auf dem Telefon. Er kam sich vor wie in einem schlechten Film und war fast aufgeregter als ich, nachdem wir vom Tierarzt wiederkamen. Der Schreck steckte mir aber auch recht heftig in den Beinen. Ich hätte nie gedacht, dass der friedlichste Hunde der Erde so Aggro werden kann. Diesen Abend ging ich früh ins Bett und als ich am nächsten Morgen meine verbeulte Birne sah, wollte ich eigentlich gar nicht aufstehen. Aber das ist eine andere Geschichte

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