Neuer Tag, neues Glück…


Ameo und sein KuscheltierGrüne Wiesen, der Geruch von frisch gemähtem Gras. Alfon’s trägt ein Baguette und Camembert unter dem Arm. Im Vorbeigehen streichelt er mir und meinen Geschwistern über den Kopf.


PIEP, PIEP, PIEP! Ich reiße meine Augen auf. Vor mir ein Bett, rechts ein Kleiderschrank. Frauchens Hand, die vorher auf mir ruhte, bewegt sich im Halbschlaf zu einem schwarzen Kasten. Das Piepen verstummt…

… Ich habe geträumt! Nach ein paar Dehnübungen und reichlich gegähne verließ ich mein Katzenkörbchen. Irgendjemand scheint mich mit samt Körbchen in einen anderen Raum verfrachtet zu haben. Naja egal, die Natur ruft und ich gehe ein paar Schritte vor das Bett. Ich ducke mich genüsslich ab und lasse es einfach laufen. Ahh, eine Wohltat! Kaum hatte es aber angefangen friedlich zu plätschern, kam Bewegung in Frauchen und Herrchen. „Nein, Ameo, nein!“ Frauchen schnappte mich, rannte die Treppe hinunter, riss die Haustür auf und setzte mich auf den nassen, grünen Rasen. Etwas verdutzt sah ich Sie an: „Das wäre doch nicht nötig gewesen, ich bin doch schon fertig.“ Beim großen Geschäft verhielt es sich ähnlich. „Neinameonein“, ab auf den Arm und meine Knödel durch die ganze Bude verteilt. Irgendwann leuchtete mir ein, dass ich wohl meine Geschäfte draußen verrichten sollte. Schließlich endete der kleine Sprint durch das Haus immer auf dem Rasen. Nur der neue Name verwirrte mich. Ich war gerade dabei mich an Ameo zu gewöhnen und jetzt sollte ich plötzlich Neinameonein heißen. „Blöder Name!“

Mein echter Name war natürlich immer noch Ameo, Frauchen und Herrchen waren in Stresssituationen nur etwas mit der Kommandowahl überfordert. Ich bin zwar ein schlaues Kerlchen, aber ständig beim Ruf meines Namens einen direkten Befehl anzuhängen, das versteht doch kein Hund. Auch kein Wolfshund. Übrigens mache ich nach wie vor lieber ins Haus und denke, ich werde das noch ein paar Monate beibehalten. Im Haus ist’s viel angenehmer als sich auf nassem Rasen zu erleichtern.

Ameo passt aufWenn euch auffällt, dass ich etwas in den Zeiten springe, muss ich euch gratulieren. „Ihr seid clever!“ Das liegt daran, dass ich mich bemühe euch mein Leben im Tagebuchstil näher zu bringen, aktuell bin ich aber schon 10 Monate alt. Manchmal greife ich daher leider etwas vorweg. Dafür könnt ihr euch bei meinem Herrchen bedanken. Ihr erinnert Euch, der Glatzkopp!? Er hat es nicht eher auf die Reihe gekriegt diesen Blog technisch  für mich aufzusetzen. Also nochmal 8 Monate rückwärts. Nach dem ersten Urinieren auf den Schlafzimmerteppich stand Gassi gehen auf dem Programm. Richtig, erst Gassi und dann Frühstück. Ein voller Magen beim Sport tut niemanden gut und bei uns Hunden besteht sogar die Gefahr eines Magendrehers, welcher tödlich enden kann. Informationen zum Thema Magendreher findet ihr hier.

Zum Gassi gehen bekam ich eine Schnur um den Hals, Fräulein Rottenmeyer und Boris waren auch mit von der Partie. Mit den beiden als Vorbild war der Auslauf ein Kinderspiel. Frauchen und Herrchen waren ausgesprochen stolz auf mich, an der Leine lief ich wie ein alter Hase. Gepinkelt habe ich aber wieder erst zu Hause auf meinen Lieblingsteppich. Insgesamt kann ich rückwirkend sagen, dass ich noch ca. bis zum 7. Monat, hin und wieder, der glorreichen Erleichterung auf einem Teppich gefrönt habe. „Mmmh, die gute alte Zeit.“ So, für heute muss ich erstmal Schluss machen, nach dem Gassi gehen, lass ich mir jetzt das Frühstück schmecken…

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4 Gedanken zu „Neuer Tag, neues Glück…“

  1. Der Artikel ist gelungen, vielen Dank für das nette Leseerlebnis!!! Und die beiden Bilder sind auch sehr sehr sehr süß … diese Augen können nicht lügen. Da würde es mir niemals in den Sinn kommen, daß der Kleine sogar vor Sparbüchern keinen Halt macht. Bei der heutigen Währung (Euro) ist das ja auch kein Wunder, er ist eben schlau. Der Leser kann sich jedenfalls auf die Geschichte ‘Das Sparbuch’ freuen, wann auch immer sie denn erscheint.

    Liebe Grüße
    Fidibus

    Meine Lieblingswörter:

    1. Wutbraten (absolut genial)! Sorry, Miriam – Deine böse Tante Marti.
    2. Fräulein Rottenmeyer (ebenfalls sehr gelungen).

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