Vom Wolf zum Hund [Teil II]

Ich wünsche allen Lesern ein schönes und gesundes Jahr 2013 und hoffe, dass ich auch in diesem Jahr informative und unterhaltsame Beiträge über Wolf, Hund und allem was dazwischen liegt, anbieten kann.

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Hier folgt jetzt der zweite Teil der Entwicklung vom Wolf zum Hund. Im ersten Beitrag, der hier gelesen werden kann, wurde herausgearbeitet, dass der heutige Haushund kaum mittels aktiver Domestizierung durch Menschenhand entstanden sein kann. Welche andere Möglichkeit viel wahrscheinlicher ist, erfahren Sie im weiteren Verlauf des Artikels.


 

Vom Wolf zum Hund – Selektion u. Artenbildung

Der Grundstein für die Artenbildung des heutigen Haushundes wurde durch eine wechselnde Lebensweise der damaligen Menschen geschaffen. Die früheren Jäger und Sammler entwickelten nach und nach einen sesshaften Lebensstil. Durch aufkommende Landwirt- schaft und Tierhaltung war es nicht mehr nötig durch die Lande zu streifen, um sich und die Familie zu ernähren. Erste Siedlungen wurden gegründet und überschüssige Lebensmittel konnten zentral gelagert werden.

Tiere in der Umgebung fanden schnell heraus, dass es in der Nähe der sesshaften Menschen viel Nahrung zu holen gab. Durch diese Siedlungen fand eine natürliche Selektion vom Wolf zum Hund statt. Die Wolfspopulation teilte sich auf. Scheue Wölfe, denen die Nähe der Menschen nicht behagte, wanderten ab. Andere Wölfe blieben und profitierten von der Nähe der Menschen in zweierlei Hinsicht. Zum einen gab es ausreichend Nahrung und zum anderen gewöhnten sie sich an die Präsens des Menschen. In Nomadenzeiten gab es natülich immer wieder Kontakte zwischen Mensch und Wolf, aber eben nicht die ständige Präsenz einer Siedlung, am immer gleichen Ort.


Die Wölfe in Siedlungsnähe setzen die besseren Lebensbedingungen ihrer Art natürlich in vermehrtem Nachwuchs um. Über die Jahre verbreiteten sich die Gene der Wölfe in Menschennähe und zwei verschiedene Wolfspopulationen bildeten sich ab. Tiere, die die Nähe des Menschen scheuten, verpaarten sich weiter und bildeten weiterhin wildlebende Wolfsrudel. Die zahmeren Artgenossen traten den Weg vom Wolf zum Hund an. Natürlich ist diese Artenbildung ein Prozess über viele Generationen. Jede Gruppe pflegt die eigenen Erbinformationen und pflanzt sich nicht mehr untereinander fort. Bei den zutraulichen Wölfen gab es optisch wenig Unterschiede zu den freilebenden Wölfen, trotzdem handelte es sich um eine andere Art.

 

Vom Wolf zum Hund…
Spezialisierung erfolgte durch den Menschen

Vom Wolf zum Hund

Die Vielzahl an den heute bekannten Hunderassen lässt sich im Gegensatz zu der Entstehungsgeschichte vom Wolf zum Hund allein auf Menschenhand zurückführen. Der Mensch begann damit ganz bewusst die derivaten Eigenschaften von Hunden miteinander zu kombinieren. Die ersten Hundezuchten entstanden. Jeder Hunderasse war eine ganz bestimmte Aufgabe zugedacht. So wurden Dackel beispielsweise für die Fuchsjagd gezüchtet. Golden Retriever sollten dem Jäger oder Fischer das erlegte Wildbrett bringen oder beim Einholen von Netzen helfen. So entstanden Spezialisten für die Jagd, den Apport, die Wache oder das Zusammenhalten von Herdetieren. Heute leisten sie darüberhinaus einen unschätzbaren Wert als Blinden- oder Polizeihund. Der Weg vom Wolf zum Hund war ein langer Weg.


 

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8 Gedanken zu „Vom Wolf zum Hund [Teil II]“

  1. Hallo Andree,

    einen tollen Artikel hast du da geschrieben. Sehr informativ und gut zu lesen. Was mich weiterführend interessieren würde, ist wie die Hundezucht allgemein abläuft? Wie genau züchtet man zum Beispiel einen Hund, der spezialisiert für den Apport ist? Hängt das nur mit den gekreuzten Hunderassen zusammen?

    VG

  2. Soviel ich weiß, kommen auch die optischen Veränderungen wie scheckiges Fell, Schlappohren oder Ringelschwanz innerhalb weniger Generationen. Und dieses Phänomen hat ein russischer Genetiker an Füchsen reproduziert: Selektion nach Zahmheit bringt typusches Haushunaussehen ans Tageslicht.

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