Was ist giftig für Hunde [VI] – Obstkerne

Obstkerne sind giftig für Hunde
Bild von Michael Ottersbach/pixelio.de

In der aktuellen Fortsetzung über giftige Lebensmittel für Tschechoslowakische Wolfshunde und natürlich auch Hunde im Allgemeinen, geht es um die toxische Wirkung von Obstkernen oder Obststeinen. Gerne möchte man dem Vierbeiner ja mal eine gesunde Alternative zum täglichen Fleischgericht anbieten und so wird häufig mal ein Stück Apfel oder Melone verfüttert. Besonders gefährlich kann die Sache aber werden, wenn ganze Kerne oder Steine der Früchte in die Nahrungskette des Hundes gelangen.


 

Das Gift steckt im Kern der Sache!

Das Innenleben des Obstes hat es nämlich teilweise wirklich in sich. Die Kerne oder Steine lagern geringe Mengen Cyanwasserstoff ein, besser bekannt als Blausäure! Natürlich ist dieser Stoff, mit Bittermandelgeruch auch für Menschen hoch giftig. Zum Einen ist die enthaltenen Menge für Menschen bei Weitem nicht letal und zum Anderen neigen Menschen natürlich nicht dazu, Obstkerne oder -steine zu zerbeissen.

 

Was ist Blausäure?


Bei Blausäure handelt es sich um eine farblose bis gelbiche Flüssigkeit. Die Substanz ist brennbar und wasserlöslich. Den Namen erhält die Blausäure aus der Gewinnung des „Berliner Blau„, einem tiefen Blaupigment. Blausäure ist hochtoxisch und wird u. a. zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Vermutlich stellen Pflanzen aus genau diesen Gründen die Säure im Kern her. Selbst beim Menschen können bereits 1-2 mg tödlich wirken. Das Gift bindet sich im Körper an Zellen und verhindert deren Sauerstoffaufnahme. Eine Vergiftung mit hohen Dosen führt in wenigen Sekunden zum Tod. Symptome sind Hyperventilation, Stillstand der Atmung, Ohnmacht und schließlich Herzstillstand. Hunde, die den Stoff über Obstkerne aufnehmen zeigen beispielsweise Durchfall, Erbrechen, Fieber und Atemnot. Die nachfolgend aufgeführten Gefahrenstoffhinweise zeigen schon, dass mit Blausäure nicht zu spaßen ist.

Gefahrstoffkennzeichen Sehr giftig
Sehr giftig

Gefahrstoffkennzeichen Umweltgefährlich
Umweltgefährlich

Gefahrstoffkennzeichen hoch entzündlich
hoch entzündlich

 

Welche Obstsorten sind für Hunde gefährlich?

Obstsorten können in Stein- und Kernobst eingeteilt werden. Als Steinobst werden Pflanzen bezeichnet, deren Innenteil eine Verholzung aufweist. In diesem sogenannten Stein speichert die Pflanze geringe Mengen Blausäure. Typische Vertreter dieser Gruppe sind Kirschen, Aprikosen, Nektarinen, Pflaumen und Mirabellen. Kernobst werden Früchte aus der Familie der Rosengewächse genannt. Unter anderem zählen Birnen, Äpfel und Quitten zu dieser Gruppe. Der Halter eines Tieres sollte also aufpassen, was der Liebling zu fressen erhält. Schnell kann aus gut gemeinten Leckerlies eine gefährliche Situation entstehen. Zu Beachten ist hier natürlich nicht nur die gewollte Futtergabe. Ein Tierbesitzer sollte auch dafür sorgen, dass sich der Hund die Giftstoffe nicht aus Mülleimern oder Komposthaufen stiehlt.


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Fachbücher über Tschechoslowakische Wolfshunde

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13 Gedanken zu „Was ist giftig für Hunde [VI] – Obstkerne“

  1. Echt guter Beitrag! Ich finde es immer wichtig auf Gefahren achten, und diese Information hatte ich noch nicht, deswegen bin ich die doppelt dankbar, dass du das hier rein gesetzt hast, ich wusste das nicht! Jetzt gehts mir gleich besser, dies zu wissen! LG =)) Weiter solche Beitrag!

  2. Wer füttert seine Hunde mit Kirschen, Aprikosen, Nektarinen, Pflaumen oder Mirabellen?!
    Dass diese alleine aufgrund des Kerns schon extrem gefährlich sind dürfte doch jedem Hundehalter klar sein.

  3. Endlich mal ein ausführlicher Beitrag zum Verhältnis Hund-Obst.
    Ich gebe meinen Miniwölfen immer nur Stücke, die komplett kernfrei sind.
    Keine Apfelknirpse oder ähnliches, sondern nur wirklich geschnittene Stücke. Damit bin ich bisher immer ganz gut gefahren.
    LG

  4. @ Andreas
    Da gibt es sicherlich genug Leute, die das machen… da ja Tiere oft der Mensch-Ersatz sind. Da teilt der ein oder andere auch mal das Essen mit dem Tier – auch wenn es nicht gesund ist…
    lg

  5. Das man bei Tieren aufpassen muss, was und vor allem auch wo sie es fressen (im Bericht schön erwähnt: Essen aus dem Müll oder auch vom Kompost stehlen), ist eigentlich klar. Ein wenig Mitdenken gehört bei der Tierhaltung nun mal auch für den Besitzer dazu!

  6. Ja der Hundehalter muss schon mitdenken und aufpassen was sein Hund so verspeist. Mein Hund ist ganz wild auf Schokolade, obwohl er natürlich keine bekommt. Nicht alles was der Hund mag ist auch gut für ihn!

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