Barsoi im Rasseprofil: Aussehen, Eigenschaften & Tipps bei der Erziehung

Rasseprofil des Barsoi:

barsoi profilbild
Barsoi Profilbild – Flickr user Srinayan Puppala (TigerPuppala) [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons
  • Eingruppierung: Große Hunderasse
  • Herkunftsland: Russland
  • Größe: Rüde 75 bis 85 cm, Hündin 68 bis 78 cm Widerristhöhe
  • Gewicht: Rüde 35 bis 45 kg, Hündin 25 bis 40 kg
  • Lebenserwartung: 10 Jahre
  • Erscheinungsbild: aristokratisch aussehender, großer Windhund
  • Fellfarbe: einfarbig oder gescheckt, alle Farben außer Blau und Schokoladenfarben
  • Felllänge: lang am Körper, kurz an Kopf und Beinen
  • FCI-Klassifikation: Standard-Nr. 193, Gruppe 10 Windhunde, Sektion 1 langhaarige oder befederte Windhunde
  • Verwendung: Jagdwindhund, Renn- und Coursing Hund
  • Alternative Namen: Russkaya Psovaya Borzaya, Russian Wolfhound

Die Rassengeschichte des Barsoi

Eine erste Erwähnung des russischen Windhundes findet sich in einer französischen Chronik aus dem 11. Jahrhundert. Dort wurde festgehalten, dass Anna Iaroslavna, die Tochter des Großherzogs von Kiew, drei der Hunde mitbrachte, als sie 1018 nach Frankreich kam, um Heinrich I. zu heiraten.

Im 14. und 15. Jahrhundert wurden die Vorfahren des Hundes überwiegend von russischen Großgrundbesitzern gehalten, die sie zur Jagd auf Hasen, Füchse und sogar Wölfe einsetzten. Im 18. Jahrhundert wuchs die Beliebtheit des Barsoi beim Adel, der die Hetzjagd als Demonstration von Macht und Reichtum für sich entdeckt hatte.




Aus 10 verschiedenen Windhundtypen wurde der Barsoi vereinheitlicht, bis 1888 schließlich der erste Rassestandard festgelegt worden ist. Der moderne Barsoityp geht auf die Nachkommen der Hunde Strela und Golub aus der Zucht des Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch zurück. Seit Ende des 19 Jahrhunderts wird der Barsoi auch in Europa und den USA gezüchtet.

In den 1920 nahm seine Verwendung als Begleithund deutlich zu. Zum Modehund wurde der Barsoi aber nie. Zu den berühmtesten Barsoi-Haltern zählen: Iwan der Schreckliche, Peter der Große, Nikolaus II., Puschkin und Turgenjew.

barsoi rassehunde ausstellung berlin 1928
Zwei Barsoi (Rassehunde Ausstellung in Berlin, 1928) – Bundesarchiv, Bild 102-05776 / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)]

Das äußere Erscheinungsbild des Barsoi

Der Barsoi ist ein großer Hund mit einem anmutigen Erscheinungsbild. Er hat einen länglichen und schlanken Körperbau, der gleichzeitig robust und harmonisch proportioniert ist. Die Hündinnen sind in der Regel länger als die Rüden. Die starke Muskulatur an Rücken und Oberschenkeln tritt nicht zu sehr hervor. Sein Brustkorb ist lang und tief, was das robuste Aussehen des insgesamt eleganten Hundes unterstreicht.

Besonders markant ist der schmale Kopf, der eine lange Linie mit dem Fang bildet. Seine Ohren sind klein und die Augen mandelförmig. Das Fell an Kopf und Beinen ist kurz und seidig weich. Am Körper ist das Fell deutlich länger und meist gewellt bis lockig. Kleine Löckchen oder krauses Haar schließt der Rassestandard des FCI aus. Besonders lang ist das Fell an der Rute.




Das Wesen des Barsoi

Stundenlanges Dösen auf einem gemütlichen Plätzchen gehört genauso zu dieser Rasse wie das Laufen und Toben. Seine Gelassenheit und Ruhe zeichnen den Barsoi aus. Voraussetzung ist, dass er die Bewegung bekommt, die er braucht. Sein ausgeprägter Jagdinstinkt ist allerdings nicht zu unterschätzen. Der Sichtjäger kann von einem Moment auf den anderen hellwach sein und mitunter heftig reagieren. Fremden Menschen gegenüber ist er sehr distanziert und misstrauisch.

Hat er einmal vertrauen gefasst, ist der Barsoi ein treuer und anhänglicher Begleiter und gilt als sehr gelehrig. Für die Jagd wurden ihm Eigenschaften wie Selbstständigkeit, Mut und Selbstbewusstsein angezüchtet.

Mit Hunden, die zur Familie gehören, gibt es normalerweise keine Probleme. Mit fremden Hunden ist dagegen Vorsicht geboten, da ohne die richtige Sozialisierung im Welpenalter sein Selbstbewusstsein zu Konflikten führen kann. Der Züchter und Begründer des Deutschen Schäferhundes Max von Stephanitz führte die Reaktionen von Barsois bei einer Hundeausstellung auf seine Schäferhunde hingegen auf die Verwendung als Wolfsjäger zurück.

barsoi an leine
Barsoi Bild Hundenrasse – barsoi25 at German Wikipedia [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or CC BY-SA 3.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)]

Der Barsoi – Gesundheit und Pflege

Das feine Fell des Barsoi muss täglich gebürstet werden, damit es nicht verfilzt. Zu den großen Hunderassen zählend, neigt auch der Barsoi zur Magendrehung. Deshalb sollte zur Vorbeugung darauf geachtet werden, dass er nach dem Fressen Ruhezeiten einhält. Wegen ihres schnellen Wachstums muss bei der Ernährung von Welpen auf ausreichend Kalzium zur Stärkung der Knochen geachtet werden. Erbkrankheiten sind nicht bekannt.

 

Verwendung und Einsatzgebiete

In Russland wird der Barsoi noch heute zur Pelzgewinnung bei der Jagd auf Füchse und Zobel eingesetzt. Da er seine Beute per Genickbruch tötet, bleibt der Pelz seiner Opfer unverletzt. Abgesehen davon ist der Barsoi vorrangig zum Familien- und Begleithund geworden. Dafür ist er gut geeignet, solange er seine Lauffreude ausleben darf und sein Jagdinstinkt durch entsprechende Erziehung kontrollierbar ist. Um seinen Bedürfnissen gerecht zu werden, bietet sich der Einsatz beim Coursing oder auf der Rennbahn an. Coursing ist eine Simulation der Sichthetzjagd mithilfe eines mechanischen Köders.

 

Anforderungen an die Halter

Um den Jagdtrieb des Hundes in den Griff zu bekommen, ist eine sachkundige und geduldige Erziehung ohne jede Härte notwendig. Damit es nicht zur Überforderung kommt, kann ein Experte dabei helfen. Um dem Bewegungsdrang des Hundes gerecht zu werden, müssen seine Menschen selbst Spaß an der aktiven und konsequenten Beschäftigung mit ihm haben. Der Barsoi ist daher eher für Hundemenschen mit Erfahrung geeignet, die genau wie der Hund sowohl aktiv als auch gelassen sind.




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