Bergamasker Hirtenhund Steckbrief: Zuchtgeschichte, Charakter und Haltung

Der Bergamasker Hirtenhund vereint viele hervorragende Eigenschaften

Bergamasker Hirtenhund Steckbrief

Er ist intelligent und unerschrocken, dabei stark und mutig, deshalb wurde der Bergamasker Hirtenhund in den italienischen Alpen lange Zeit als Hütehund eingesetzt. Ein Bergamasker gilt inzwischen durch seine Eigenschaften als ein beliebter Hund für Familien sowie für den Einsatz in der Therapie oder in der Personenrettung. Da den Bergamasker Hirtenhund viele hervorragende Charakteristika auszeichnen.

So kann er sehr gut riechen, weshalb er zur Personensuche in der Bergrettung oder bei der Polizei eingesetzt wird. Denn der Bergamasker Hirtenhund unterscheidet nicht nur die verschiedenen Gerüche von Menschen und sucht diese anhand der jeweiligen Duftmoleküle, er sucht trotz vieler Gerüche aus der Umgebung und von vielen Menschen, den einen Menschen, ohne sich dabei irritieren zu lassen. Das kann nicht jede Hunderasse.

Der Bergamasker Hirtenhund wird inzwischen auch gern in Altenheimen gesehen, da er das Dogdance und das Agility schnell lernt und hervorragend beherrscht. Beim Dogdance tanzen Mensch und Hund zu Rhythmen von Musik. Eine Sportart, die einfach aussieht, jedoch schwer zu erlernen ist. Während Hunde beim Agility wendig, flink und agil sein müssen, um den vielen Hindernissen erfolgreich aus dem Weg gehen zu können. All diese hervorragenden Eigenschaften machen den Bergamasker Hirtenhund mittlerweile zu einem Liebling der Menschen.

Bergamasker Hirtenhund von der Seite

Herkunft und Rasse des Bergamasker Hirtenhundes

Der Bergamasker Hirtenhund stammt aus Italien und ist einer der ältesten bekannten Rassen. Bereits im 16. Jahrhundert berichten Wanderhirten in den Alpen von diesen Hunden. Bekannt wurde er unter den Namen Cane de Pastore Bergamasco. Sein vorwiegender Lebensraum war und ist Norditalien, besonders die Gegend um Bergamo, daher auch sein Name. So waren seine Vorfahren Nachkommen des persischen Schäferhundes.

Er war über viele Jahrhunderte für das Hüten und Führen der Herde verantwortlich und baute dadurch eine starke Bindung zu den Hirten auf, die während des Sommers allein mit den Tieren unterwegs waren. Im Jahr 1898 wurde der erste Bergamasker Hirtenhund in ein italienisches Hundestammbuch eingetragen.




Jedoch mussten weitere 61 Jahre vergehen, ehe im Jahr 1959 die Bergamasker von dem Internationalen Hundeverband FCI als Hüte- und Gebrauchshund anerkannt wurden und so eine breite Öffentlichkeit von diesem Hund hörte. Trotzdem ist der Bergamasker noch immer ein seltener Rassehund, von dem auch heute nur rund 2000 Hunde zur Zucht eingesetzt werden. Daher sind die Wartezeiten, um einen Welpen zu erhalten lang.

 

Wie sieht der Hund aus und welches Wesensmerkmale weist er auf

Nicht nur auf den ersten Blick, freundlich und verzottelt. Dabei ist er sehr schnell und wendig. Seine üppige, verfilzte Behaarung weist die Farben grau in unterschiedlichen Schattierungen, blue-merle, grau-schwarz gefleckt, schwarz, rötlich-braun und weiß auf. Sein rustikales Zottenfell schützt ihn vor allen Witterungen, das war wichtig, da er bei der Arbeit als Hütehund häufig großer Hitze als auch eisiger Kälte ausgesetzt war. Sein Fell besteht in den vorderen Partien seines Körpers aus rauem Deckhaar, dem sogenannten Ziegenhaar, während im hinteren Bereich das Unterhaar und die Wolle dominieren, die sich nach rund einem Jahr ineinander verweben und verfilzen. Die Haarstruktur heißt Zotten.

Die Hündinnen werden 58 cm groß und wiegen rund 32 kg, während die Rüden 62 cm Größe erreichen und dabei etwa 38 kg wiegen. Damit ist der Bergamasker Hirtenhund gut proportioniert und kräftig. Seine oder ihre Schulterhöhe entspricht der Länge des Körpers. Den Menschen erscheint der Bergamasker Hirtenhund quadratisch. Sein großer Kopf ist mit dünnen Ohren ausgestattet, die herab hängen bis zur halben Kopflänge. Er hat eine dunkle Augenfarbe. Die Rute reicht bis zum Sprunggelenk und ist in Erregung wie eine Sichel nach oben geschwungen. Der Bergamasker Hirtenhund ist ein Hund, der nicht überzüchtet wurde und daher gut bis zu 15 Jahre alt werden kann.

 

Die Entscheidung für einen Bergamasker Hirtenhund

Wer Hunde liebt, der wird diesen Hund ebenfalls lieben. Er baut eine enge Bindung zu Menschen auf und ist bedingungslos treu. Er liebt es zu lernen und zu arbeiten, daher sollten seine Besitzer sich selbst gern bewegen und sich gern mit dem Tier beschäftigten. Der Aufwand lohnt sich, denn neben der Treue, ist der aufgeweckte, freundliche Hund lernbegierig, vergisst nichts wieder, dabei ist er sehr gesund, robust und vital.

Spaziergänge mit dem Hund sollten abwechslungsreich sein, beispielsweise Apportierspiele oder das Beibringen von Kunststücke enthalten. Gerade Menschen, die eine Tätigkeit in Sport- Wehrbereich oder Rettungsdienst nachgehen, profitieren besonders von den intelligenten Tieren, die sich sehr gut für den Einsatz als Begleit-, Fährten- oder Rettungshund eignen. Kinder werden den starken, gesunden und mutigen Hund lieben, der seinerseits Kinder liebt. Aber auch alte Menschen, hier nicht als Einzelhund, sondern eher für den Einsatz in der Therapie, profieren ebenfalls von der Geduld, der Stressresistenz, Gelassenheit und Konzentrationsfähigkeit des klugen Bergamasker.

Der Bergamasker Hirtenhund ist jedoch nicht nur zu den Menschen sozial, sondern auch zu Tieren. Weshalb er gut gemeinsam mit Pferden, Katzen oder Heimtieren gehalten werden kann. Da er gern mit „seinen“ Menschen unterwegs ist, wird dies nie zu einen Problem, das er stets ruhig und ausgeglichen ist. Außerdem bedarf der Aufwand an Pflege nur wenig, wichtig ist, wenn der Hund über viel Bewegung, Zuwendung und Möglichkeiten zum Lernmöglichkeiten verfügt.

 

Rund um die Bedürfnisse von einem Bergamasker Hirtenhundes

Einen Kamm braucht der Hund schon mal nicht! Denn für die Entstehung der typischen Zotten wird das weiche Fell nicht gekämmt. Nur Kopf, Rute und Schulter sollten einmal in der Woche durchgebürstet werden. Erst wenn der Welpe ausgewachsen ist, ab dem zweiten Lebensjahr beginnt sein Haar zu verfilzen, da sich das Unterhaar und die Wolle miteinander in großflächige Filzplatten verweben und die typischen Zotten entstehen.

Um seine Bewegungsfreiheit nicht einzuschränken, sollten die Zotten regelmäßig gekürzt werden. Wie alle Hunde braucht auch der Bergamasker Hirtenhund vor allem eine ausgewogene Ernährung mit wichtigen Nährstoffe und Mineralien. Er ist jedoch nicht anspruchsvoll und frisst Trocken- oder Nassfutter, BARF und Gekochtes. Die meisten Besitzer bevorzugen Trockenfutter, da die Säuberung der Barthaare nach dem Nassfutterverzehr eine kleine Herausforderung darstellt.

Für die Haltung empfiehlt sich viel Freiraum. Wer einen Welpen Bergamasker Hirtenhund anschaffen möchte, sollte für die erste Pflege neben einem Futter- und Wassernapf, Hundespielzeug, Körbchen, Transportbox, Hundedecke und Leine eine weiche Babybürsten für die Fellpflege anschaffen. Später werden außerdem ein Kamm zum Durchkämmen mit breiten Zinken und einer zum Entfernen der Unterwolle* benötigt.