Berger Picard Rassesteckbrief: Haltung und Eigenarten des Hundes

Der Berger Picard im Profil:

Berger Picard Profilbild Steckbrief

  • Eingruppierung: mittelgroße Hunderassen
  • Herkunftsland: Frankreich
  • Größe: Rüde 60-65 cm, Hündinnen 55-60cm
  • Gewicht: circa 32 Kg
  • Lebenserwartung: 12-13 Jahre
  • FCI-Standard: Nr. 176, Picardie-Schäferhund
  • Erscheinungsbild: Mittelgroßer Hund, muskulär, kräftig gebaut, aber nicht plump
  • Fellfarbe: Fauve, fauve mit schwarzer Deckfarbe, fauve gestromt und grau, zumeist ein sehr dunkles grau
  • Felllänge: hart, halblang
  • Temperament: Stur, Durchsetzungsfähig, Intelligent, Lebendig, Energisch, Sanft
  • KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 1 Hüte- und Treibhunde / Sektion 1 Schäferhunde mit Arbeitsprűfung.

 

Herkunft und Rassengeschichte

Viele Züchter vermuten, dass die Geschichte des Berger Picard über mehrere Jahrhunderte bis in das Zeitalter der Kelten zurückreicht. Er soll mit den Kelten in die nördliche französische Flachlandregion Picardie gelangt sein, woher er auch seinen Namen hat. Gezüchtet wurde der Berger Picard für die Verwendung als eigenständiger Hütehund für Schafe. Bis heute ist der Berger Picard eine sehr selten vertretene Rasse und wäre beinahe in den Wirren des Ersten und Zweiten Weltkriegs ausgestorben.

Auch wenn er nicht ganz von der Bildfläche verschwand, so wurde die Anzahl seiner Vertreter sehr stark dezimiert und hat sich bis heute nicht wieder gefangen. Eine kleine Liebhaber- und Züchtergruppe sorgte sich jedoch um deren Erhalt dieser besonderen Hunderasse und so besteht der Berger Picard bis heute.

Berger Picard im Feld

Erscheinung und Aussehen des Berger Picard

Durch sein besonders struwweliges Fell sieht der Berger Picard auf den ersten Blick vielmehr wie ein Mischlingshund und nicht wie ein Rassehund aus. Er ist sozusagen der Struwwelpeter unter den Hütehunden. Diese Hunderasse misst ungefähr 65 Zentimeter in der Höhe und hat ein Normalgewicht von circa 32 Kilogramm. Somit wird er als mittelgroßer Hund eingeordnet. Er hat eine sehr elegante Form, obwohl er sehr kräftig und muskulös gebaut ist.

Das Fell ist halblang und sehr pflegeleicht. Der Berger Picard gehört zu den Rassen, die besonders wenige Haare verlieren. Das Fell ist außerdem wetterfest, spröde und sehr dicht. Die Ohren des Berger Picard sind mittelgroß und stehend. Bei dieser Hunderasse sind die Farben rehbraun, grau oder falb am häufigsten zu finden. Andere Farben treten bei der Züchtung um einiges seltener auf.

 

Eigenarten und Besonderheiten des Berger Picards

Der Berger Picard zählt zu den eigensinnigeren Hunderassen und ist oftmals nicht sehr unterordnungswillig. Eine Lernwilligkeit ist zwar vorhanden und wenn er Lernen will, dann tut er das auch sehr gut, aber der Wille dazu fehlt häufiger. Für unerfahrene Hundehalter eignet sich diese Hunderasse nicht, denn auch erfahrene und passionierte Hundehalter finden im Berger Picard eine größere Herausforderung.

Der Berger Picard ist als Hütehund besonders wachsam und in brenzligen Situationen neigt er zu einem ausgeprägten Verteidigungsverhalten. Gegenüber fremden Menschen ist zumeist desinteressiert. Jedoch tendiert sein Wesen zum Misstrauen den Fremden gegenüber. Es fällt dem Berger Picard schwer andere Hunde in seinem Revier zu akzeptieren, weshalb er sich für die Rudelhaltung eher schlecht eignet.

Drei Berger picards auf Waldlichtung

Einsatzgebiete und Verwendung

Der Berger de Picardie wurde ursprünglich als Hütehund gezüchtet, wird aber in der heutigen nicht mehr sehr oft für diese Tätigkeit verwendet. Heutzutage ist er, aufgrund seiner Eigenschaften, ein sehr beliebter Familienhund. Fremde Menschen mag er zwar nicht gerne, aber im engen Familienkreis liebt er die gemeinsamen Spiele und das Beisammensein. Für Kinder erweist er sich als liebevoller Beschützer.

Seine eigenständige Art qualifizieren den Berger Picard auch für die Tätigkeiten als Rettungs-, Begleit- oder Schutzhund. Er liebt es, wenn er gefordert wird und das sowohl geistig als auch körperlich. Der Berger Picard eignet sich auch hervorragend als Wachhund oder Hofhund. Er ist auch als Begleiter bei so gut wie jeder körperlich anstrengenden Tätigkeit in der Natur dabei. Dabei ist es egal, ob es sich um eine Joggingrunde oder eine ausgedehnte Bergtour handelt.

 

Geeignet für welche Besitzer?

Der Berger Picard gilt als perfekter Begleiter für sehr sportliche und naturverbundene Menschen. Stubenhocker und Menschen, die lieber in der Stadt unterwegs sind, ist diese Rasse aufgrund ihres Naturells nicht geeignet. Diese Hunderasse ist aufgrund ihrer Eigenwilligkeit und teils fehlenden Unterordnungsbereitschaft nichts für Anfänger, sondern eher für Menschen mit starker Hand und Hundeerfahrung. Eine natürliche Autorität sollte vorhanden sein, um dem Hund eine konsequente, aber einfühlsame Erziehung zukommen zu lassen.

 

Welche Erstausstattung ist für den Berger Picard empfehlenswert?

Der Berger Picard braucht anfangs nicht sehr viel. 2 Futternäpfe, einer für Wasser und der zweite für das Futter, sind ein guter Anfang. Um es sich gemütlich machen zu können, sind eine Hundedecke und ein ordentliches Hundebett* eine gute Investition. Für Spaziergänge und das obligatorische Gassigehen, braucht der Hund ein stabiles Halsband und eine gute Leine. Wenn der Hund im Fahrzeug transportiert werden soll, dann ist eine stabile und ausreichend große Hundebox unumgänglich.

Der Hund kann zwar auch mit einem Gurthalter gesichert werden, dies ist aufgrund der zu erwartenden Größe nicht zu empfehlen. Besser den Hund von klein auf an die Box gewöhnen. Beim Futter gehört der Berger Picard zu den weniger anspruchsvollen Hunderassen. Es kann sowohl Trocken- als auch Nassfutter verwendet werden. Eine BARF-Fütterung ist genauso richtig, wie frisch gekochtes Futter. Es muss nur darauf geachtet werden, dass der Hund ausreichend wichtige Nährstoffe bekommt.

Der Berger Picard will geistig gefordert werden. Dementsprechend wichtig ist gutes Spielzeug. Intelligenzspielzeug kann dabei helfen, den Hund optimal geistig zu fordern. Für die körperliche Forderung des Hundes werden Apportierspielzeuge, wie zum Beispiel Wurfseile oder spezielle Hunde-Frisbees*, gerne verwendet. Im Grunde kann aber alles verwendet werden, was geworfen und wiedergebracht werden kann. Da in dem rauen Fell des Berger de Picardie nicht viel Schmutz hängen bleibt und er sehr leicht zu bürsten ist, ist die Pflege des Hundes sehr einfach. Eine gute Hundebürste reicht völlig aus. Für gelegentliches Baden ist ein geeignetes Hundeshampoo empfehlenswert.