Berner Sennenhund Profil: Wesen, Haltung und Tipps beim Welpenkauf

Der Berner Sennenhund Steckbrief:

Berner Sennenhund Steckbrief

  • Eingruppierung: große Hunderasse
  • Herkunftsland: Schweiz
  • Größe (Widerrist): Rüde: 64 – 70 cm; Hündin: 58 – 66 cm
  • Gewicht: Rüde: 38 – 50 cm; Hündin: 36 – 48 cm
  • Lebenserwartung: 6 – 9 Jahre
  • Erscheinungsbild/Fellfarbe/Felllänge: – Kleine, hoch sitzende Hängeohren und lange Rute
  • – Dreifarbiges Fell: schwarzer Rücken, weiße Schnauze und Brust/Bauch sowie rotbraune Beine und Abzeichen im Gesicht und der Rute
  • – Mittellanges, üppiges und weiches, meistens glattes Fell
  • FCI-Standard: FCI Gruppe 2, Sektion 3, Standard Nr. 45

Dieses Video stammt vom VDH1906 Youtube-Channel . [youtube=https://www.youtube.com/watch?v=GtQsfi5njaM].


Herkunft und Geschichte der Berner Sennenhunde

Der Berner Sennenhund ist ursprünglich ein Hofhund aus dem Voralpenland bei Bern, der Schweizer Hauptstadt. Durch seinen stämmigen Körperbau wurde er für die Tätigkeit als Treib- oder Wachhund vor allem beim Ort Dürrbach genutzt. Daher trug die Rasse zunächst den Namen „Dürrbächler“.




Im November 1907 wurde dann von einigen Hundezüchtern der „Schweizerische Dürrbach-Klub“ gegründet, in welchem eine Reinzucht begann. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Rasse sowohl bekannter als auch beliebter, sodass man ihn schließlich als Berner Sennenhund auf der Welt bekannt machte. Heute ist der dreifarbige Vierbeiner aufgrund seines liebenswürdigen Charakters ein weithin beliebter Familienhund.

Berner-Sennenhund im Teich

Äußeres Erscheinungsbild des Berner Sennenhundes

Der Berner Sennenhund ist vom Körperbau her stämmig und muskulös veranlagt, was ihn zusammen mit seiner Größe zu einer eindrucksvollen Rasse macht. Der Körper, inklusive der Ohren, ist von weichem, mittellangem Fell überzogen. Der Großteil der zumeist glatten Haare wie der Rücken, die Rute, die Flanken, der Oberkopf inklusive den Ohren und die Beine vom Knie an aufwärts sind schwarz gefärbt.

Die Schnauze und eine Blesse im Gesicht, die zwischen den Augen verläuft, ebenso wie der Brust- und Bauchbereich und die Pfoten hingegen sind weiß. Die Spitze der Rute kann auch weiß sein. Der untere Teil der Beine schließlich weist eine rotbraune Farbe auf. Auch im Gesicht gibt es rotbraune Abzeichen, zumeist die Wangen und die Gegend der Augenbrauen. Dieser Fakt hat dem Berner Sennenhund den Spitznamen „Vieräugler“ beschert.

 

Der Charakter, Wesensmerkmale und Besonderheiten der Berner Sennenhunde

Berner Sennenhunde sind im Allgemeinen gutmütige und freundliche Wesen. Sie haben zudem eine gewisse Selbstsicherheit sowie einen weit ausgeprägten Wachtrieb, jedoch ohne dabei Aggressionen an den Tag zu legen. Sie denken instinktiv mit und gelten durch diese Rücksicht als liebevoll und ausgeglichen. Durch ihre langjährige Rolle an der Seite von Schäfern und ihrer Nähe zu Haus und Hof sind sie auch heute noch sehr beliebte Familienhunde.

Dafür müssen die Vierbeiner natürlich von klein auf sozialisiert werden und gut ausgelastet sein. Wenn man ihnen nicht genügend Kuscheleinheiten schenkt, können Berner Sennenhunde jedoch auch zickig oder dickköpfig reagieren. Aufgrund ihres langen und dichten Fells sind Berner Sennenhunde im Sommer oft träge, da sie ihre Temperatur nur mit viel Energie regulieren können. Hier könnte man überlegen, ihnen das Fell zu scheren.

Bei kühlen oder teilweise sogar frostigen Temperaturen fühlen sie sich zumeist besser und wohler. Im Schnee zu spielen ist beispielsweise meist eine der größten Leidenschaften der Berner Sennenhunde. Als gesundheitliche Besonderheit sind vor allem Gelenkprobleme an Hüfte und Ellenbogen zu nennen, weshalb die Tiere nicht in einem höheren Stockwerk ohne Aufzug gehalten werden sollten. Auch eine erhöhte Neigung zu Krebs- oder Nierenerkrankungen im Vergleich zu weiteren Hunderassen sollte dem Besitzer bekannt sein.

Berner Sennenhündin mit Welpen

Allgemeines Einsatzgebiet und Verwendung

Berner Sennenhunde gelten im Allgemeinen als Herden- bzw. Herdengebrauchshund. Dabei kann man diese Gruppe in verschiedene Arten unterteilen, je nachdem, wofür der jeweilige Hund sich am besten eignet. Am bekanntesten sind dabei Herdenschutzhunde, Treibhunde und Hütehunde. Auch die Arbeit als Zug-, Rettungs- oder Fährtenhund kann man im Zusammenhang mit Berner Sennenhunden oft beobachten.

Wichtig für alle diese Tätigkeiten sind nämlich sowohl die in hohem Ausmaß benötigte Bewegungsfreiheit der Rasse als auch eine Art des Gehorsams, welche ihrem teilweise vorausschauenden Charakter innewohnt. Für Agility-Training hingegen sind die Hunde weniger gut geeignet als andere, da sie eine große Wendigkeit und Schnelligkeit voraussetzt, welche nicht zu den Stärken der Berner Sennenhunde gehören.

 

Für welche Besitzer ist der Berner Sennenhund geeignet?

Wie etwas weiter oben schon erwähnt, mögen Berner Sennenhunde Kälte. Von daher wäre er bei Besitzern, welche es ebenfalls eher frisch mögen und im Winter beispielsweise gerne lange Spaziergänge machen, gut aufgehoben.

Ideal wäre also ein großer Garten und interessierte Menschen, welche genügend Zeit für den Berner Sennenhund haben. Ein Vollzeitjob im Schichtdienst beispielsweise lässt sich oft schlecht mit der Erziehung und Beschäftigung eines Hundes vereinbaren.

Abgesehen davon mögen die Vierbeiner es, eine Aufgabe zu bekommen und geistig gefordert zu werden. Durch ihre hohe Reizschwelle und die familiäre Art kommt die Rasse im Vergleich zu weiteren Hunderassen sehr gut mit Familien und Kindern aus.

Auch andere Hunde sollten kein Problem sein, solange beide Tiere ordentlich sozialisiert sind. Da Berner Sennenhunde vergleichsweise nicht sehr alt werden und für einige gesundheitliche Probleme prädestiniert sind, sollte man zudem auf ein finanzielles Polster oder eine Tierversicherung wert legen. Dennoch sollte man bedenken, dass man sein Leben beinahe ein Jahrzehnt mit einem Vierbeiner teilt, welcher immer versorgt sein muss und natürlich auch genug Platz, Futter und Aufmerksamkeit benötigt.

Berner Sennenhund im Gras

Empfehlenswerte Erstausstattung für Berner Sennenhunde

Natürlich benötigt ein Berner Sennenhund zunächst die Grundausstattung, welche auch weitere Hunderassen mit sich bringen. Dazu gehören mindestens ein Halsband sowie eine Leine, ein ausreichend großer Schlafplatz bzw. Körbchen, Futter- und Trinknäpfe sowie Spielzeug. Was genau der Hund dabei bevorzugt, muss natürlich mit der Zeit herausgefunden werden.

Sinnvoll ist auch oft ein Clicker, mit welchem man dem Berner Sennenhund Gewohnheiten antrainieren und Kommandos beibringen kann. Durch das lange und dichte Fell ist außerdem ein gutes Hundeshampoo sowie eine Bürste nötig. So hat man weniger Haare in der Wohnung liegen und der Hund wird von eben diesen sowie von Schmutzpartikeln befreit.

Die Fellpflege sollte zwei- bis dreimal in der Woche durchgeführt werden, vor allem während des Fellwechsels im Herbst und Frühjahr. Durch die durchblutungsfördernde Massage mit der Bürste entsteht oft eine tiefere Bindung zwischen Mensch und Hund, von der beide Seiten nur profitieren können.