Der Bernhardiner im Hundeprofil: Wesen, Haltung und Besonderheiten

Der Bernhardiner gehört zu den bekanntesten Hunderassen. Auch als Sankt Bernhardshund bekannt, steht dieser Hund für Sanftheit und einem ausgeglichenen Wesen. Der sanfte Riese ist ein echter Familienhund, sollte jedoch bezüglich seiner Ansprüche nicht unterschätzt werden. Der Bernhardiner ist eine von der FCI anerkannte Schweizer Hunderasse (FCI-Gruppe 2, Sektion 2.2, Standard Nr. 61).

Bernhardiner Steckbrief

Der Bernhardiner im Steckbrief:

  • Eingruppierung: große Hunderassen
  • Herkunftsland: Schweiz
  • Größe: Hündin 65-80 cm / Rüde 70-90 cm
  • Gewicht: 60-90 kg
  • Lebenserwartung: 8-10 Jahre
  • Fellfarbe/Felllänge: Weiß/Rotbraun, Kurz-oder Langhaar
  • FCI-Standard: Nr. 61

 

Herkunft und Rassengeschichte

Mitte des 17. Jahrhunderts wurde die Hunderasse erstmals auf dem Hof eines Hospizes von Mönchen gehalten, welches auf der Passhöhe des großen St.Bernhard lag. Sie dienten als Rettungshunde für Verletzte, die sich im Schnee und Nebel verirrt hatten. Darüber hinaus wurden die Hunde als Wachhunde für Haus und Hof gehalten. Sein heldenhafter Ruf verbreitete sich zügig in Europa. Der Bernhardiner wurde früher als Barry Hund betitelt.


Dieses Video stammt vom VDH1906 Youtube-Chanel. [youtube=https://www.youtube.com/watch?v=KM-XZNNzxVI].


1884 wurde erstmal das schweizerische Hundestammbuch eröffnet. Erste Eintragung in das Buch war der Bernhardiner Leon. Seit 1887 gilt der Hund als Schweizer Nationalhund. Heutzutage wird diese Rasse nicht mehr als Lawinenhund eingesetzt, da diese aufgrund des Gewichts zu schwer für diesen Job geworden ist. Bevorzugt wird der Bernhardiner heute als Haus- und Begleithund gehalten.




Erscheinungsbild und Aussehen des Bernhardiners

Dieser Rassehund ist sehr groß und kräftig gebaut. Die Grundfarbe seines Fells ist weiß bedeckt mit Flecken in rotbraun. Darüber hinaus haben auch viele Bernhardiner ein rotbraunes Fell mit weißen Flecken. Es gibt sowohl den kurz- sowie den langhaarigen Rassentypen. Das Fell kann glatt oder leichtgewellt sein.

Hündinnen können zwischen 65 bis 80 cm groß werden, Bernhardiner-Rüden erreichen dagegen eine stolze Größe von 70 bis 90 cm. Die Augen der Bernhardiner sind mittelgroß und häufig dunkelbraun. Diese Hunde erreichen ein Gewicht von 60 kg bis 90 kg. Dabei gelten Hündinnen etwas leichter als Rüden. Der imposante Kopf des Hundes sticht sofort ins Auge genauso wie der kräftige Körper der Rasse.

 

Wesensmerkmale – Eigenarten – Besonderheiten der Rasse

Der Bernhardiner gilt als besonders sanft und liebenswürdig. Oft werden ihm Charaktereigenschaften wie Freundlichkeit, Anhänglichkeit und Gutmütigkeit nachgesagt. Er ist außerdem dafür bekannt ein sehr kinderfreundlicher Hund zu sein. Aus diesem Grund eignet sich dieser Rassehund hervorragend als Familienhund. Trotz seines lieben Wesens sollte der Bernhardiner streng erzogen werden, damit dieser lernt sich unterzuordnen.

Welpen dieser Rasse sind besonders lernwillig. Diese Hunderasse besitzt einen ausgeprägten Beschützerinstinkt. Der Bernhardiner benötigt einen engen Kontakt zu seiner Familie. Hunde dieser Rasse sind meist ruhig und ausgeglichen, können aber auch einen Dickkopf vorweisen und stur sein. Die Hunde besitzen einen ausgezeichneten Geruchssinn. Diese Hunderasse liebt lange und ruhige Sparziergänge. Für das Joggen, für Fahrradfahren oder für andere Ausdauersportarten sind die Hunde nicht geeignet.

 

Der Bernhardiner – Einsatzgebiete und Verwendung

Wie bereits erwähnt werden die Tiere heutzutage bevorzugt als Haushunde eingesetzt. Dank ihres bemerkenswerten Beschützerinstinkts können diese Hunde aber auch als Wachhunde gehalten werden. Aufgrund der Wetterfestigkeit der großen Vierbeiner, kann diese Hunderasse ohne Probleme draußen gehalten werden. Außerdem gibt es noch vereinzelt Bernhardiner, die als Lawinenhunde ausgebildet werden, um Traditionen zu pflegen. Darüber hinaus ist es möglich den Bernhardiner als Therapiehund ausbilden zu lassen.

Bernhardiner in den Bergen

Welche Besitzer eignen sich für Bernhardiner?

Besitzer sollten diesem Hund kräftetechnisch gewachsen sein. Darüber hinaus muss das zukünftige Zuhause für den Bernhardiner großzügig geschnitten sein. Diese Hunde sollten auf keinen Fall in einer Etagenwohnung gehalten werden, da Treppensteigen für die sanften Riesen eine Belastung darstellt. Aus diesem Grund sollten die großen Vierbeiner nur in einer Wohnung gehalten werden, wenn diese sich im Untergeschoss befindet.

Besonders gut ist diese Rasse in einem großen Haus mit Garten untergebracht. Darüber hinaus sollte sich vor der Anschaffung dieser Hunderasse überlegt werden, ob das eigene Auto groß genug ist. Schließlich muss der Hund gelegentlich zum Tierarzt gefahren werden oder will bei Familienausflügen mit dabei sein. Grundsätzlich ist ein Bernhardiner auf dem Land besser aufgehoben. Da der Bernhardiner als überaus kinderfreundlicher Hund gilt, ist diese Hunderasse besonders gut für Familien geeignet.

Auch wenn der Bernhardiner nicht der sportlichste Hund ist, benötigt dieser jeden Tag viel Auslauf, sodass diese Rasse nicht für Bewegungsmuffel in Frage kommt. Langhaarige Tiere brauchen besonders viel Aufmerksamkeit bezüglich der Fellpflege. Zukünftige Besitzer sollten bereit sein Zeit für die Erziehung zu investieren. Ein unerzogener Hund dieser Größe kann für sich und andere zu Gefahr werden. Auch für die Sparziergänge und für die Beschäftigung der Hunde muss täglich genügend Zeit vorhanden sein.

Bernhardinerwelpe mit Rettungsfässchen

Die Erstausstattung für einen Bernhardiner

Bernhardiner-Welpen benötigen ein Hundekörbchen, welches im Idealfall waschbar ist. Das Körbchen muss sehr weich sein, damit der Hund keine Druckstellen bekommt. Darüber hinaus benötigt diese Hunderasse ein Halsband oder Geschirr und ein Leine für die täglichen Sparziergänge. Auch Hundekotbeutel dürfen nicht fehlen und müssen bei jeden Sparziergang mitgenommen werden.

Ebenso ein Stapel Handtücher ist sehr sinnvoll, da die großen Vierbeiner an regnerischen Tagen ansonsten für eine Menge Schmutz im Haus sorgen können. Von großer Bedeutung ist ebenfalls ein Futternapf und ein Trinknapf. Natürlich muss auch vor der Anschaffung des Hundes an das Hundefutter gedacht werden. Viele Züchter geben jedoch einen kleinen Vorrat bei der Abholung des Hundes mit. Auch nicht fehlen dürfen ein paar Spielzeuge für den Welpen.

Für die Fellpflege werden Bürsten benötigt, besonders sinnvoll sind Unterwollbürsten für diese Hunderasse. Vor allem langhaarige Bernhardiner müssen oft gebürstet werden. Darüber hinaus sollte eine gesicherte Autotransport-Möglichkeit vorab eingerichtet werden.

Wer einen ausgewachsenen Hund bei sich aufnimmt, sollte sich für einen besonders großzügigen Schlafplatz entscheiden. Auch die Näpfe und das Spielzeug sollten dann auf die Größe des ausgewachsenen Hundes angepasst werden. Für den Bernhardiner eignen sich Intelligenzspiele oder Suchspiele besonders gut.