Bichon Frisé als Hunderasse: Aussehen, Erziehung und Charakter

Der Bichon Frisé – Hunderassen-Steckbrief

bichon frisé profilbilder

  • Eingruppierung: kleine Hunderassen
  • Ursprungsland: Frankreich, Belgien
  • Größe: Rüde: 23 bis 30 Zentimeter, Hündin: 23 bis 28 Zentimeter
  • Gewicht: 3 bis 5 Kilogramm
  • Alter: 12 bis 15 Jahre
  • Fell: komplett weiß, seidig, lang, lockig (gekräuselt), weiche, dichte Unterwolle, in Ohrennähe unterschiedliche Farbnuancen von leicht bräunlich bis cremefarben, wenig haarend
  • Charakter: lebhaft, aufgeweckt, intelligent, verspielt, fröhlich, empfindsam, anhänglich, gesellig, lernbereit, geduldig, anpassungsfähig, kontaktfreudig
  • Verwendung früher: Schoßhund der Adelsgesellschaft
  • Verwendung heute: Gesellschaftshund, Familien- und Begleithund
  • FCI-Standard: 215 – FCI-Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde – FCI-Sektion 1: Bichons und verwandte Hunderassen. Ohne Arbeitsprüfung.

 

Herkunft und Rassengeschichte des Bichon Frisé

Bereits bei den Römern und in Griechenland gab es weiße, langhaarige und dem Bichon Frisé ähnelnde Zwerghunde, die wahrscheinlich aus Italien, über Spanien, den Weg nach Südfrankreich fanden.

Selbst Aristoteles beschrieb vor ungefähr 2.400 Jahren den vierbeinigen Wollknäuel als einen Hund von auffällig kleinem Wuchs. Ebenso belegen zahlreiche Kunstwerke wie Vasengemälde oder aus Stein gefertigte Skulpturen die Existenz von Vierbeinern, die eine Ähnlichkeit mit dem Bichon Frisé besitzen.




Der korrekte Ursprung des Bichon Frisés ist jedoch bis heute nicht ganz geklärt. Historiker vermuten, dass die Hunderasse um 1500 durch spanische Seeleute auf die Kanarischen Inseln gelangte.

Speziell auf Teneriffa gibt es Hinweise in Rassehundebüchern, die den Vierbeiner noch heute als „Bichon Ténériffe“ aufführen. Bei der Abstammung des Bichon Frisé gehen die Meinungen auseinander. Experten tendieren mit einer möglichen Beteiligung von Wasserspaniel über Barbet bis Zwergpudel.

Schon in den Hafenstädten des Mittelmeerraumes galt der Bichon Frisé als Begleithund der besseren Gesellschaft. Für den römischen Naturwissenschaftler und Historiker Plinius besaßen die Hunde auch eine heilsame Wirkung.

Als Bettwärmer kamen sie in Form einer lebenden Wärmflasche bei Magenleiden oder anderen Beschwerden zum Einsatz.

Dennoch hatte der Bichon Frisé noch weitere Dienste auszuführen. Sein Aufgabengebiet beschränkte sich mitunter nicht nur auf die Reduzierung von Mäusen, Ratten und anderem Ungeziefer, sondern auch auf die Arbeit als Wachhund.

Der kleine Wächter konnte Wegelagerer oder Feinde durch sein Bellen ankündigen oder auch abschrecken. Somit übte er schon damals die Funktion der heutigen Alarmanlage aus.

bichon frise weibchen mit welpen

Die Namensgebung des Bichon Frisé und die Anerkennung

Kurz nachdem der Bichon Frisé im 16. Jahrhundert nach Frankreich kam, stand er bei den Damen der feinen Gesellschaft an erster Stelle. Er war der Renner überhaupt und wurde verwöhnt, frisiert oder mit Schleifchen herausgeputzt.

Genau zu diesem Zeitpunkt erhielt er auch seinen Namen: Bichon à poile frisé – kurz Bichon Frisé. Bichon wird aus dem französischen Wort bichonner hergeleitet, was sinngemäß für liebkosen oder verhätscheln steht. À poile frisé bedeutet „lockiges, gekräuseltes Haar“.

Im Jahre 1924 wurde der Hund erstmals in Belgien registriert. 1933 erhielt er den offiziellen Standard. Der Bichon Frisé wurde vom Welthundeverband FCI als eigenständige Hunderasse anerkannt.

 

Bichon Frisé – Erscheinungsbild und Aussehen

Wie eine kleine Schneeflocke „tanzt“ der Bichon Frisé umher. Er gilt als ein lebhafter Geselle mit ausdrucksstarken Augen. Sein Fell ist wattebauschartig weich mit einer weißen Fellstruktur.




Es besteht aus einer dicht anliegenden Unterwolle und dem lockeren und seidig gekräuselten Oberfell. Dabei schmiegt sich das Fell korkenzieherartig und locker an den gesamten Körper. Es besitzt eine Länge von ungefähr sieben bis zehn Zentimeter. Laut Rassestandard soll es Ähnlichkeit mit dem Haarkleid der Mongolei-Ziege besitzen.

bichon frisé bild steckbrief

Wesensmerkmale, Eigenarten und Besonderheiten der Hunderasse

Der Bichon Frisé ist ein sehr liebenswerter und fröhlicher Geselle, der allein schon durch sein Aussehen die Blicke auf sich zieht.

Das intelligente Wesen lässt keine Chance offen, um mit seinen Menschen zu kuscheln. Er lässt sich stundenlang kraulen und genießt das in vollen Zügen.

Mit Artgenossen kommt er prima zurecht und zeigt keine Aggression. Bei Kindern ist er besonders beliebt, denn der flinke Wusel lässt sich schnell für lustige Spiel begeistern.

Wird es dem Löckchen doch einmal zu viel, zieht er sich in seine Ecke oder sein Körbchen zurück. Er reagiert niemals aggressiv oder ängstlich. Die bei Kindern mitunter übliche intensive Umarmung oder das versehentliches Ziehen steckt er gentlementartig weg.

Trotzdem sollten Eltern ihre Kinder stets anhalten, rücksichtsvoll mit dem Liebling der Familie umzugehen. Auch ein Tier spürt Schmerzen!

Der Bichon Frisé besitzt eine schnelle Auffassungsgabe. Hundekommandos lernt er demnach genauso schnell wie Tricks oder auch Dummheiten.

Die kleine Schneeflocke fühlt sich inmitten der Familienmeute besonders wohl, mag aber auch Zeiten, in der sie unabhängig im Garten schnüffeln oder puddeln kann.

Ein großes Thema ist das Alleinsein! Wer berufsbedingt nur zu Fütterungszeiten anwesend ist, sollte sich eine andere Hunderasse oder besser kein Tier zulegen.




Ein Bichon Frisé hasst es, ständig allein gelassen zu werden. Unter solchen Umständen macht er mit lautem Bellen auf sich aufmerksam oder beginnt, diverses Wohnungsinventar anzuknabbern oder gar zu „zerlegen“.

 

Einsatzgebiete und Verwendung des Bichon Frisés

Während der Renaissance galt der Hund mehr als eine Art Kinderersatz, den die Damen des Adels mit Bravour verwöhnten. Anhand seiner Geschichte wurde die Rasse des Bichon Frisé ausschließlich als Gesellschafts- und Begleithund gezüchtet.

Der Charakter, das Aussehen und das Wesen des Bichon Frisé sind nicht für spezifische Aufgabengebiete wie das Jagen oder Wachen ausgelegt.

Deshalb sieht die Fédération Cynologique Internationale (FCI) auch keine Arbeitsprüfung vor. Ein Bichon Frisé überzeugt vielmehr durch sein soziales Verhalten als perfekter Begleiter und treuer Weggefährte.

bichon frisé welpen

Haltung und Pflege des Bichon Frises

Ein Bichon Frisé kann problemlos in einer Wohnung gehalten werden. Voraussetzung hierfür ist allerdings ein regelmäßiger Auslauf, der sich nicht nur auf eine Runde um den Neubaublock beschränken soll.

Trotz seiner geringen Größe ist der Bichon Frisé durchaus in der Lage, ausgedehnte Spaziergänge durch Wald und Wiesen oder mitunter sogar kurze Sprints zu absolvieren. Als Laufpartner am Fahrrad ist er jedoch nicht geeignet.

Vertreter dieser Hunderasse haaren kaum, da bei ihnen der übliche Fellwechsel zur Sommer- und Winterzeit entfällt. Aus diesem Grund sind sie besonders für Tierhaarallergiker geeignet.

Dennoch muss das lockige Fell regelmäßig gebürstet werden, denn Verfilzungen fördern Hautirritationen. Das Haarkleid um die Augenpartien sollte gekürzt werden, um drohenden Entzündungen vorzubeugen. Gleichwohl ist auch die Kontrolle von Ohren, Zähnen und Zahnfleisch wichtig!

 

Rassebedingte Krankheiten beim Bichon Frisé

Beim Bichon Frisé ist ein gehäuftes Auftreten von Allergien zu verzeichnen. Dies äußert sich oftmals mit dauerhaftem Bellen, Kratzen oder Ablecken der betroffenen Stellen.

Besitzen die Hunde ein hohes Alter, kann es zu Infektionen der Ohren oder Augen kommen. Auch ein Katarakt ist bei dieser Rasse gegeben.

 

Weitere Erkrankungen:

  • Cushing-Syndrom (Anstieg des Cortisol-Spiegels im Blut)
  • Patellaluxation (Kniegelenksverletzung)
  • Hypothyreose (mangelnde Versorgung mit Schilddrüsenhormonen)
  • Hüftdysplasie (Fehlstellung des Gelenks)

Keine Angst! Nicht jeder Hund erleidet diese Erkrankungen. Sollte es dennoch zu gesundheitlichen Problemen kommen, muss sofort der Tierarzt konsultiert werden!




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