Dalmatiner im Hundeprofil: Charakter, Steckbrief, Tipps zu Haltung und Pflege

Der Dalmatiner im Rasse-Steckbrief:

Dalmatiner im Profil - Steckbrief
Dalmatiner Steckbrief – Maja Dumat [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons
  • Eingruppierung: mittelgroße Hunderassen
  • Herkunftsland: Kroatien
  • Größe: Rüde 56 bis 62 cm Widerristhöhe, Hündin 54 bis 60 cm Widerristhöhe
  • Gewicht: Rüde 27 bis 32 kg, Hündin 24 bis 29 kg
  • Lebenserwartung: 10 bis 13 Jahre
  • Erscheinungsbild: gut proportioniert, kräftig, kurzes weißes Fell mit schwarzen oder leberfarbenen Tupfen
  • FCI-Standard: Nummer 153: Gruppe 6 der Lauf- und Schweißhunde

 

Herkunft des Dalmatiners – Geschichte der Rasse

Woher der Dalmatiner stammt, ist bisher nicht eindeutig bewiesen. Vermutlich ist die kroatische Küstenregion Dalmatien seine ursprüngliche Heimat, weshalb er auch landläufig als Dalmatinische Bracke bezeichnet wird. Möglicherweise kommt er aber auch aus Italien oder Spanien beziehungsweise Indien, von wo aus er über Ägypten und Griechenland nach Europa gelangte. Fest steht, dass der Dalmatiner später vorwiegend in England und Frankreich gezüchtet wurde, wo man Rassehunde benötigte, die mit Pferden zurecht kamen.

 

Dieses Video stammt vom VDH1906 Youtube-Channel . [youtube=https://www.youtube.com/watch?v=OFVHyhWrGeQ].

 

Sie sollten Kutschen einen Geleitschutz geben. Genau zu diesem Zweck züchtete man den lauffreudigen Vierbeiner, der wegen seiner hervorragenden Arbeit die ehrenvolle Bezeichnung Coach-Dog erhielt. Selbst als Begleithund der damaligen Feuerwehr bewährte sich der Dalmatiner. Bei den Einsätzen lief er vor dem Gespann und bellte die Straße frei. Während der Dalmatiner in England und den USA bereits 1903 auf Ausstellungen erschien, war er in Deutschland erst nach 1920 bekannt. Hier kam er zunächst als Jagdhund zum Einsatz. Sein attraktives Äußeres machte ihn aber immer mehr zum Haushund. Heute ist der Dalmatiner gelegentlich immer noch ein Wegbegleiter des Jägers, vielmehr aber blüht er in der Rolle des Familienhundes auf. Er schützt seine Menschen, ohne dabei aggressiv zu agieren.

 

Der Dalmatiner – Die Erscheinung, das Aussehen

Dalmatiner in den Bergen
Dalmatiner in den Pyrenäen – Marcotis [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Der Dalmatiner ist ein mittelgroßer, durchtrainierter Hund mit gleichmäßig ausgeprägten Muskeln. Der mäßig lange Kopf ist flach, der Rücken gerade und der Brustkorb kräftig. Die Rute läuft spitz zu und reicht bis zu den Sprunggelenken. Die hängenden Ohren sind hoch angesetzt. Sie sollen eng am Kopf anliegen. Die runden Augen sollen einen aufgeweckten Eindruck vermitteln und bei Hunden mit schwarzen Tupfen schwarz, bei Exemplaren mit leberfarbenen Flecken bernsteinfarben sein.

Das kurze, glatte und dichte Haar des Dalmatiners ist pflegeleicht. Obwohl es keine Unterwolle besitzt, lohnt sich das tägliche Bürsten, da der Hund über das gesamte Jahr haart. Es besitzt einen weißen Untergrund sowie schwarze beziehungsweise braune, glatt umrissene Punkte, die nicht als Platten ausgeprägt sind. Sie dürfen auch im Gesicht erscheinen, Augenringe sollte der Dalmatiner aber nicht besitzen. Bei der Geburt erscheint das Fell noch vollständig weiß, erst im Welpenalter entwickelt sich die individuelle Zeichnung.

 

Wesensmerkmale und Besonderheiten der Rasse des Dalmatiners

Der Dalmatiner ist ein energiegeladener Hund mit einem hohen Tatendrang. Daher benötigt er eine regelmäßige Auslastung, sonst kann er missgelaunt reagieren. Normalerweise gehört die Rasse aber zu den freundlichen und liebesbedürftigen Hunden, die großzügige Streicheleinheiten gern genießen. Seinen Leuten gegenüber gilt der Dalmatiner als anhänglich und treu. Fremden gegenüber ist er zurückhaltend und zunächst kritisch.

Wenngleich er sie in seinem Zuhause ankündigt, zählt er nicht zu den Kläffern. Auffällig ist beim Dalmatiner ein einzigartiges Minenspiel. Freude drückt er mit einem breiten Lächeln aus. Dabei senkt er den Kopf und zieht die Lefzen weit nach hinten, so dass seine Zähne zum Vorschein kommen. Wer dabei an die Mimik von Wölfen denkt, könnte den Gesichtsausdruck des Dalmatiners falsch interpretieren und ihm eine Drohgebärde unterstellen. Dabei will er nur gefallen. Im Vergleich zu anderen Rassen tritt relativ häufig eine ein- oder beidseitige Taubheit auf, die immerhin zwischen 20 und 30 Prozent beträgt.

Diese ist seiner Genetik geschuldet. Je höher der Anteil an weißem Fell ist, desto höher ist das Risiko dieses Gendefekts. Als Dalmatiner-Syndrom ist ein Stoffwechselfehler bekannt, der das Auftreten von Harnsteinen wahrscheinlicher macht. Aufgrund des ständig hohen Harnsäurespiegels kommt es öfter zu Hautreaktionen. Um der Bildung von Harnsteinen vorzubeugen, sollte beim Dalmatiner auf eine purinarme Ernährung sowie auf die regelmäßige Gelegenheit zum Wasserlassen geachtet werden.

 

Einsatzgebiete/Verwendung

Vom Begleithund von Pferden und Kutschen entwickelte sich der Dalmatiner zum Begleithund der Familie. Ihm macht es Spaß, an sämtlichen Freizeitaktivitäten teilzunehmen. Da er sich im Haus ruhig verhält, kann er in der Wohnung gehalten werden, vorausgesetzt, man lastet ihn körperlich aus. Kaum eine andere Hunderasse eignet sich so hervorragend als Spielgefährte für die Kinder wie der sensible Dalmatiner.

junge Dalmatiner Welpen
Dalmatiner Welpen – Carlos Estrada [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Gelegentlich kommt der Hund auch heute noch bei der Jagd zum Einsatz. Das Apportieren von Wild ist ihm leicht beizubringen. Auch beim Stöbern und Aufscheuchen zeigt er sein Talent. Kein Wunder, das Jagen steckt ihm im Blut und der Jagdinstinkt ist gut ausgeprägt. Auf diesen muss beim Aufenthalt im Freien Rücksicht genommen werden. Soll der Dalmatiner nicht jagen, muss der Rückruf ausgiebig trainiert werden. Der als wachsam geltende Vierbeiner beschützt die Familie und bewacht Haus und Hof. Als reiner Wachhund sollte er aber nicht gehalten werden.

 

Für welche Besitzer ist der Dalmatiner geeignet?

Körperlich aktiv sollten die Besitzer des Dalmatiners sein, damit sie seinem Temperament gerecht werden. Entweder nehmen sie ihn zum Joggen mit oder als Begleithund beim Reiten. Wird mit dem am Rad laufenden Vierbeiner die Kondition Stück für Stück aufgebaut, ist mit gesundheitlichen Beschwerden seinerseits nicht zu rechnen. Wer sich für den Sport nicht begeistern kann, sollte dem Hund zumindest ausgiebige Spaziergänge einschließlich Freilauf bieten und das bei jedem Wetter.

Kinder sowie andere Haustiere dürfen in der Familie leben, in dieser Hinsicht zeigt sich die Rasse tolerant und freundlich. Ein Modehund, der lediglich zum Vorzeigen durch die Stadt geführt wird, ist der Vierbeiner trotz seiner Anpassungsfähigkeit ebenso wenig wie ein Faulenzer auf dem Sofa. Wer sich einen Dalmatiner anschafft, sollte sich zuvor über seine Bedürfnisse informieren. Dann kann er ihm gerecht werden und erkennt, dass bei diesem Hund Schönheit und Charakter ebenbürtig sind.